Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Konjunkturklima lässt Hannovers Handwerk strahlen
Hannover Meine Stadt Konjunkturklima lässt Hannovers Handwerk strahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 15.04.2019
Viel zu tun: Im Bauhandwerk hat sich der Geschäftsklimaindex noch mal verbessert. Quelle: dpa
Hannover

„Im Handwerk ist alles anders“, sagt Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover, mit Blick auf den Konjunkturbericht. Im Frühjahrsquartal sind Umsätze, Auslastungen und Erwartungen der Betriebe besser als in der deutschen Gesamtwirtschaft. Der Geschäftsklimaindex ist noch einmal um sieben Punkte auf nunmehr 143 Indexpunkte gestiegen.

„Das ist der längste Aufschwung, den ich erlebe“, freut sich Steinmann. Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten habe noch einmal deutlich zugenommen. Nahezu jeder fünfte Betrieb verzeichne steigende Auftragseingänge. Die Umsätze seien in nahezu jedem dritten Betrieb gestiegen, nur 22 Prozent der befragten Betriebe hätten ein Umsatzminus gemeldet.

Anders als in den Vorjahren investiert das Handwerk – auch in die Digitalisierung. Lediglich 13 Prozent der Handwerksbetriebe haben ihr Investitionsbudget gekürzt. 31 Prozent schaffen Hardware oder Software an. Die Beschäftigtenzahlen steigen. Nur 13 Prozent der befragten Betriebe hätten Personal abgebaut, 17 Prozent ihren Mitarbeiterstamm aufgestockt. Die durchschnittliche Betriebsauslastung sei von 79 Prozent (Frühjahr 2018) auf 84 Prozent im Berichtsquartal gestiegen.

Im Bauhandwerk brummt es

Die konjunkturelle Entwicklung im Bauhandwerk zeige sich, so Steinmann, zu Beginn 2019 abermals positiv. Der schneearme Winter ließ keinen Einbruch zu. Noch immer legten Menschen ihr Geld eher in Immobilien statt in Aktien und Anleihen an. Aufträge und Umsätze stimmen. Die Preise auf der Verkaufsseite sind allerdings bei 70 Prozent der Betriebe gestiegen. Der Geschäftsklimaindex in dieser Handwerksbranche hat nochmals um elf Punkte auf 150 Indexpunkte zugenommen.

Im Ausbauhandwerk stieg der Indexwert um drei Punkte auf jetzt 145 Indexpunkte. Auftrags- und Umsatzzuwächse waren – gemessen am Gesamthandwerk – überdurchschnittlich. 47 Prozent der befragten Betriebe hoben die Verkaufspreise an. Die Beschäftigtenzahlen werden nach Angaben der Betriebe zunehmen, Gleiches gilt für die Auftragseingänge und die Umsatzentwicklung.

Zulieferer sorgen sich um Export

Sehr exportabhängig und damit mit skeptischem Blick auf Brexit und mögliche Handelshemmnisse durch die USA ist das hannoversche Zulieferhandwerk. Mit einem Indexwert von 134 Punkten bei der Beurteilung der eigenen Geschäftslage ist das Stimmungsbarometer zwar um 14 Indexpunkte gefallen, bewegt sich damit aber immer noch auf hohem Niveau. Die gute Geschäftslagebeurteilung ist laut Kammer auf die positive Auftragsentwicklung zurückzuführen.

Die Stimmungslage im Kraftfahrzeughandwerk ist ebenfalls gut. Mit 145 Indexpunkten ist die Beurteilung der Geschäftslage die zweitbeste seit 2016. Die Auftragseingänge wuchsen im Frühjahr 2019, ebenso die Umsätze. Auch Aufträge und Umsätze entwickelten sich positiv.

Das Stimmungsbarometer in den Gesundheitshandwerken ist in einem Drittel der Betriebe zurückgegangenen Aufträge gestiegen. Mit einer Geschäftslagebeurteilung von 136 Indexpunkten liegt diese Branche deutlich über dem Vorjahreswert. Die Umsatzentwicklung stagnierte; aber die Betriebsauslastung stieg geringfügig an.

Firmenchefs sind optimistisch

Die Erwartungen der befragten Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Hannover sind bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung optimistisch. Mehr als jeder zehnte Betrieb plant zusätzliche Stellenbesetzungen. 42 Prozent der Betriebe erwarten mehr Umsätze – nur jeder zehnte befürchtet eine rückläufige Entwicklung.

Region Hannover liegt weit vorn

In der Region Hannover ist die Stimmung der Handwerker am besten. Hier wurde der höchste Indexwert des Geschäftsklimas mit 146 Punkten erreicht, gefolgt vom Landkreis Nienburg mit 145 Indexpunkten. Aber auch der Landkreis Diepholz verbesserte sich um zwei Punkte auf 144 Indexpunkte. Die Stadt Hannover und der Landkreis Schaumburg lagen mit 140 Indexpunkten bei der Bewertung ihres Geschäftsklimas gleichauf. Die Regionalkonjunktur im strukturschwachen Landkreis Hameln-Pyrmont verlief etwas verhaltener. 139 Punkte sind das Ergebnis.

Von Vera König

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der MDK-Verwaltungsrat wusste von nichts: Geschäftsführer Jürgen Vespermann bekam zu viel Geld. Die Verwaltungsratsvorsitzenden hatten das eingetütet. Sie müssen für den Schaden haften.

15.04.2019

Schreck in der Nacht: Mit einer Schusswaffe hat ein Räuber die Mitarbeiterin einer Spielothek bedroht.

15.04.2019

Autobahnpolizei und Zoll haben am Vormittag Transporter auf der A2 kontrolliert. Dabei ging ihnen ein besonderer „Fisch“ ins Netz.

15.04.2019