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Meine Stadt Hannovers CDU-Chef kriegt Hass-Mails nach Islam-Vorstoß
Hannover Meine Stadt Hannovers CDU-Chef kriegt Hass-Mails nach Islam-Vorstoß
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10:50 10.03.2011
Ein Blick in eine Moschee an der Schwarzen Heide in Hannover. Quelle: Herzog

Von Dirk Altwig

Hannover. CDU-Chef Dirk Toepffer hat in den vergangenen Tagen „Hass-Mails“ bekommen. Auslöser ist sein Vorschlag in der NP: „Jeder sollte mal eine Moschee besuchen“. Evangelische und Katholische Kirche in Hannover haben diese Anregung begrüßt, auch von Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) kam Zustimmung.

Toepffers Bemerkung hatte sich ursprünglich nur an CDU-Mitglieder gerichtet, gestern sagte er: „Mir ist so viel Hass entgegengeschlagen, dieser Dialog ist offenbar für viele dringender denn je.“ OB Stephan Weil betonte gegenüber der NP: „In der Sache liegt Herr Toepffer völlig richtig. Es muss darum gehen, möglichst viele Kontakte zwischen unserer Mehrheitsgesellschaft und Muslimen zu knüpfen.“ Deshalb besuche er regelmäßig Moscheen, etwa am kommenden Freitag.

Der evangelische Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann sagte: „Wir sind alle Bürger dieser Stadt und damit Nachbarn. Daher ist es gut, wenn Christen Moscheen besuchen und Muslime die Kirchen.“ Alle Angehörigen einer Religionsgemeinschaft sollten Interesse an den anderen Religionen haben, so Heinemann: „Und die frommen ganz besonders.“ Martin Tenge, katholischer Regionaldechant, sagte, er überlege, Adressen von Moscheen zu sammeln, um sie an Interessierte weitergeben zu können. Ein Besuch in einer Moschee bedeute nicht, den eigenen Glauben zu verleugnen, betonte der Propst. Außerdem gelte: „Wir haben gemeinsame Wurzeln.“

Tenge verwies auch auf das Interesse von Muslimen am Christentum: „Wir hatten erst am Montag eine Veranstaltung mit 80 Leuten.“ SPD-Chef Walter Meinhold sagte, es sei gut, sich kennenzulernen, aber: „Solange sich die CDU nicht für ein generelles kommunales Wahlrecht für Ausländer einsetzt, ist der Vorschlag halbherzig.“ Avni Altiner von der Schura Niedersachsen, in der viele Moscheen organisiert sind, erinnerte an den „Tag der offenen Moschee“ am 3. Oktober. Aber auch sonst reiche ein Telefonanruf zur Anmeldung.

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