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KANZLERIN IN MINIATURGRÖSSE:

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Messerundgang

Hannovermesse: Technik im Messe-Fokus

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die polnische Premierministerin Beata Szydlo starteten den Beginn der Hannover Messe mit dem offiziellen Messerundgang.

hannover. Besser aufeinander abgestimmt hätten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die polnische Premierministerin Beata Szydlo bei dem gestrigen Rundgang auf der Hannover Messe nicht präsentieren können. Immerhin greift der Schal der Premierministerin das Petrol von Merkels Blazer wieder auf, symbolisiert so Nähe zwischen Deutschland und dem Messe-Partnerland Polen.

Auch sonst versuchen die beiden Regierungschefinnen zu harmonieren – die anfängliche Kälte zwischen den Frauen ist schnell verflogen. „Ich freue mich darauf, Polen von einer anderen Seite kennenzulernen“, schwärmt Merkel. Das fängt schon mit dem Durchtrennen der Eröffnungsschleife an – die wird nämlich nicht klassisch mit Schere durchschnitten, sondern digital mit den Händen gelöst. Merkel und Szydlo sind von der polnischen Innovation augenscheinlich angetan.

Und ihre Begeisterung ebbt nicht ab – in Halle 9 wird den Politikerinnen am Stand von Siemens ein Roboter der Zukunft vorgestellt. Für Vorstandschef Joe Kaeser ist klar: „Das ist nicht nur die Industrie 4.0, sondern sogar die Industrie 5.0.“ Immerhin kann der Roboter nicht nur dem Menschen zuarbeiten – er verfügt auch noch über einen integrierten 3-D-Drucker. Zum Beweis überreicht Kaeser Merkel dann eine 3-D-Miniaturfigur ihrer selbst. „In Schwarz-Rot-Gold natürlich“, so der Vorstandschef. Es ist ja auch bald Bundestagswahl.

Miniaturen sind nicht nur bei Siemens ein Thema. Auch die Firma Faulhaber (Halle 14) überreicht Merkel ein Mini-Geschenk – den kleinsten Motor der Welt. So klein, dass sie Mühe hat, ihn richtig zu erkennen.

Neben der Technik stehen aber vor allem die Beziehungen zu Polen im Fokus – die Firmen präsentieren ihre Zusammenarbeit mit dem Nachbarland. Darunter auch Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN), das in Halle 14 den e-Crafter in den Vordergrund stellt. Das Fahrzeug steht nämlich für die Zusammenarbeit mit Polen. Er wird im Partnerland produziert und schafft dort rund 16 500 Arbeitsplätze. Konzernchef Matthias Müller und VWN-Chef Eckhard Scholz stellen den Gästen die neue Elektrovariante vor. „Wir wollen das Fahrzeug in diesem Jahr in Kundenhand geben“, erklärt Scholz. Denn der Transporter kann was: 200 Kilometer legt der e-Crafter mit elektrischem Antrieb zurück. „Er ist somit ideal für Transportwege – hier werden ja meist nur geringere Distanzen zurückgelegt“, meint Scholz.

Die Kanzlerin hakt nach – sie will wissen, was mit dem Einsatz auf Baustellen ist. Für dieses Gelände sei das Fahrzeug weniger geeignet, der Batterieverbrauch zu hoch. Merkel, die sich offenbar eine andere Aussage erhofft hat, reagiert gelassen: „Dann machen wir erstmal den Zustellverkehr. Das ist auch in Ordnung.“

Für die Kanzlerin ist neben der Technik aber auch noch etwas anderes wichtig: Nachwuchs. Deswegen interessiert sie sich am Stand von Lenze (Halle 14) besonders für die Auszubildenden, die in großer Zahl auf dem Stand vertreten sind. Nähe, die ankommt – die Auszubildenden zücken das Smartphone. Merkel und Szydlo müssen für ein Selfie posieren – die beiden Regierungschefinnen erledigen das routiniert.

Am Ende ist auch Polens Premierministerin überzeugt vom Interesse der Auszubildenden: „Wir haben uns als Land vorgenommen, Wissenschaft und Wirtschaft weiter zu verflechten, da freut es mich besonders, dass das Interesse so groß ist. Vor allem bei Frauen.“ Die Kanzlerin nickt zustimmend und ergänzt: „Die Messe hat uns gezeigt, dass wir unsere Beziehungen auch weiterhin ausbauen werden.“ Hannover verbindet.

Von mandy sarti

hannover

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