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Hannoveranerin kämpft für Durchbruch im Kita-Streik

Karin Gödecke ist bei entscheidender Verhandlungsrunde in Berlin.

Hannover. Ihre Stimme klingt gehetzt. Auch Freunde oder ihr Ehemann erwischen sie kaum noch - nicht mal am Handy. „Sie haben gerade Glück“, sagt Karin Gödecke beim Anruf der NP. „Wir haben eine Verhandlungspause - schon wieder mal.“

Die 60-jährige Hannoveranerin gehört zur Verdi-Bundestarifkommission. Mal sitzt sie mit am Tisch, wenn Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber nach dem Durchbruch im Kita-Streik suchen. Mal wartet sie im Hintergrund, ob endlich ein Vorschlag kommt, den es zu bewerten gilt.

Im Verhandlungskreis, der gerade in Berlin tagt, sitzen sich sechs Arbeitnehmer- und sechs Arbeitgeber-Vertreter gegenüber. Für Verdi spricht vor allem Vorsitzender Frank Bsirske, der jetzt, in der sechsten Runde, endlich die Lösung will - das aber skeptisch sieht. Noch sei weder für den Bereich Kitas noch für Sozialarbeit oder Behindertenhilfe ein Vorschlag da. „Von diesem Ausgang sich auf einen Punkt zuzubewegen, bei dem eine Aufwertung des Berufsfeldes auch nachvollziehbar ist in seiner Breite, das wird das Kunststück sein, das wir bewältigen müssen.“

„Für die Eltern wird es immer schwieriger nach fast vier Wochen Streik“, weiß Gödecke, die bei der Stadt Hannover Vize im Gesamtpersonalrat ist. Seit 1976 arbeitet sie bei der Verwaltung - zuerst als Erzieherin in einer Kita, später, und das 16 Jahre lang, als Leiterin der Kita Nordring, einer Einrichtung im sozialen Brennpunkt. Die Personalrätin kennt zur Genüge, wie aufreibend und kraftzehrend der Arbeitsalltag ist, wie schnell man sich ausgebrannt fühlt. „Die Kolleginnen haben eine Aufwertung ihres Berufs verdient“, sagt sie. „Auch finanziell.“

Ob es wirklich einen Durchbruch geben wird, kann auch Gödecke nicht abschätzen. „Ich bin hier immer auf Abruf“, berichtet sie. Nur in den Verhandlungspausen sei Abschalten drin. „Am besten, man geht dann nach draußen oder hört Musik.“

Ein Verhandlungsergebnis, mit dem beiden Seiten leben können, müsste bis Donnerstag stehen. Dann trifft sich in Frankfurt die Streikdelegiertenkonferenz, zu der außer Gödecke sechs Hannoveraner reisen. Das Gremium könnte entscheiden, ob ein Angebot gut genug ist und dann den Streik abblasen. Endgültig bewertet würde der Durchbruch in einer Urabstimmung.

Noch weiß auch in Hannover niemand, ob das, was sogar Bsirske ein „Kunststück“ nennt, gelingt. Die Stadt Hannover hat darum inzwischen drei Kitas für die Betreuung durch Eltern geöffnet. Außer der an der Röntgenstraße (List) die am Neunkirchener Platz (Kirchrode) und an der Rotekreuzstraße (Roderbruch).

Verdi bereitet unterdessen die nächsten Demos und eine hannoversche Streikkonferenz vor. Und heute soll es von 12 bis 14 Uhr Aktionen des Sozial- und Erziehungsdienstes auf der Lister Meile geben (zwischen Lister Platz und Körtingsstraße).


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