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Meine Stadt Hannoveraner zeigen Zivilcourage in der List
Hannover Meine Stadt Hannoveraner zeigen Zivilcourage in der List
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19:53 30.11.2009
Die Neuntklässler der IGS List gehen an der Lister Meile auf einen Jungen los, bedrohen und verprügeln ihn. Nur ein Test der Polizei – doch fast alle Passanten schritten ein. Quelle: Schaarschmidt
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Von Britta Lüers

Hannover. Mit seinem Leben bezahlte Dominik B. (50) Mitte September seine Zivilcourage. Schützend hatte er sich an einer Münchener S-Bahn vor vier Kinder gestellt. Zwei junge Männer töteten ihn dafür – aus Rache. Obwohl mehrere Menschen auf dem Bahnsteig standen, halfen nur wenige. Ob auch in Hannover eine Kultur des Wegsehens herrscht, wollte gestern die Polizei wissen.

Unter den Augen von Zivilbeamten täuschten mehrere Jugendliche (15 bis 16 Jahre) an der U-Station Sedanstraße (List) eine Schlägerei vor. Die Schüler der IGS Linden, die seit dem Sommer an der AG „Jungen sind stark“ teilnehmen, gingen auf einen dunkelhäutigen Jungen los, schubsten, bedrohten, schlugen ihn. Während wenige die Augen verschlossen, griff der Großteil der Passanten ein. Bis auf eine Ausnahme – in Sekundenschnelle.

„Die Reaktionen kamen schneller als erwartet. Positiv war auch, wie angemessen die Leute reagierten“, freute sich Gerd Lewin, Leiter der Polizeiinspektion Ost. Erstaunlich: Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, Mutter oder Single – fast jeder Hannoveraner zeigte Zivilcourage. Besonders nach dem Münchener Drama sei das überraschend.

Auch Benita Neubauer griff ein, herrschte die Schläger resolut an: „Lasst das sein! Das ist nicht witzig.“ Nur kurz habe sie gezögert: „Aber mir tat der Junge leid. Außerdem weiß ich als Mutter, wie man Jungen bändigt.“ Gefährlich habe die Situation gewirkt, sagte Sozialarbeiter Klaus Minkner – auch er half. „Das ist eine Pflicht.“ Bei Helfer Beyhan kamen Erinnerungen an die eigene Jugend hoch: „Vor 20 Jahren bin ich auch zusammengeschlagen worden. Keiner hat mir geholfen. Das war schlimm.“

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