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Meine Stadt Hannoveraner startet Deutschlern-Projekt
Hannover Meine Stadt Hannoveraner startet Deutschlern-Projekt
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00:16 15.09.2015
Johannes Thomsen will Flüchtlingen mit seinem Deutschlern-Projekt schnell und effizient helfen.
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Hannover

Es war eine dieser Situationen, die viele derzeit erleben. Johannes Thomsen wollte Flüchtlingen helfen. Schnell, effizient – nur konnte ihm keiner so richtig sagen, wie. Er hat versucht, sich einem Verein anzuschließen – „allerdings waren die so beschäftigt mit Verwaltung, mit Bürokratie. Das ist wichtige und tolle Arbeit, aber ich wollte gern direkt loslegen.“

Es dauerte nicht lange, bis Thomsen einen Plan gefasst hatte. „Ich bin einfach mal in ein Heim gegangen und habe mit den Menschen geredet – und schnell gemerkt, dass eins der wichtigsten Ziele für die Bewohner ist, Deutsch zu lernen.“ Der Germanist ging auf die Suche nach passenden Büchern, fand das Alphabetisierungs-Werk „Erwachsene Neulinge erobern die Schrift“ und eine Klett-Reihe, „Passwort Deutsch“ in sieben Bänden. „Ich konnte das für mehr als 60 Flüchtlinge in dem Heim nicht selbst finanzieren, habe mir deshalb das Projekt ausgedacht.“

Und das funktioniert so: Wer helfen will, spendet 22 Euro, dafür wird jeweils ein Buch angeschafft. Jeder Spender wird so Sprachlernpate eines Flüchtlings – schnelle, unkomplizierte und unpolitische Hilfe, das war Thomsen wichtig. „Die ersten Spender waren Freunde von mir, langsam kommt Bewegung in die Sache.“ Mehr als 80 machen schon mit.

„Es ist schon besonders, zu sehen, wie sehr sich die Menschen über die Bücher freuen, die werden teilweise wie Schätze gehütet. Zwei- bis dreimal pro Woche gibt Thomsen Deutschstunden, schaut auch, wie weit schon Sprachkenntnisse vorhanden sind. Immer wieder beobachtet er dabei, wie sich Flüchtlinge gegenseitig helfen. „Viele sind überglücklich, wenn ihnen erste Gespräche gelingen, sie zum Beispiel nach einem Tee fragen und ihn auch bekommen.“

Helfen wollte Thomsen auch, weil ihn Berichte wie aus Heidenau und Freital erschüttert haben. „Ich hoffe, dass das Projekt langfristig auf mehr als ein Heim ausgeweitet werden kann.“
Infos zum Projekt und Kontakt zu Johannes Thomsen über seine Internetseite
abckursehannover.de

Sebastian Scherer

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