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Raubsauriern auf der Spur

Hannover war Dinosaurier-Land

Drei Jahre lang haben Forscher Zahnfunde aus ganz Norddeutschland akribisch ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass es deutlich mehr Raubsaurier als 
ursprünglich gedacht gab. Allein für Hannover sind drei Fundstellen dokumentiert. Auch neue Rückschlüsse auf die Wanderungsbewegungen der Urzeittiere sind möglich.

Hannover. Es waren gefährliche, riesige Räuber, die vor rund 150 Millionen Jahren durch die Region zogen. Und es waren viel mehr, als man bisher angenommen hatte. Hannover war Dinosaurierland: Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Landesmuseums, bei der Forscher trotz spärlicher fossiler Reste mit modernen Methoden viel über die fleischfressenden Giganten aus der sogenannten Jurazeit herausgefunden haben.

Allein in Hannover sind drei Fundstellen dokumentiert. In Steinbrüchen in Ahlem, am Lindener Berg und am Tönniesberg stießen Forscher auf Zähne verschiedener Raubsaurierarten. „Zähne sind deutlich härter als Knochen. Deshalb haben sie viel öfter die Zeit überdauert“, erklärt Oliver Gerke, als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesmuseums an der Studie beteiligt.

Am Tönniesberg sowie am Lindener Berg wurden zum Beispiel die Zähne des gefürchteten Allosaurus gefunden, der bis zu zehn Meter hoch werden konnte. Auch Zähne des Megalosaurus, des Ceratosaurus, des Marshosaurus sowie des basalen Tyrannosaurus, einem Vorfahren des gewaltigen Tyrannosaurus Rex, sind für Hannover dokumentiert. „Manche der Zähne sind ohne Wurzel schon acht bis neun Zentimeter lang“, erklärt Gerke.

Die Funde, auf die sich die neue Studie stützt, sind nicht neu. Sie stammen aus ganz Norddeutschland und wurden zum Teil schon vor über 200 Jahren gemacht. Neu ist allerdings, dass diese noch einmal gründlich und systematisch untersucht und eingeordnet wurden, was viele neue Erkenntnisse gebracht hat. War man bisher davon ausgegangen, dass Norddeutschland vor allem von Flachmeeren bedeckt war, gehen die Forscher wegen der Häufigkeit und Verteilung der Funde nun davon aus, dass es deutlich mehr Landmasse in diesem Bereich gegeben haben muss als ursprünglich vermutet. „Sonst hätten wir nicht so viele und auch verschiedene Raubsaurierarten nachweisen können“, so Gerke. Über den Vergleich mit weiteren Funden aus anderen Teilen der Welt konnten die Forscher außerdem Rückschlüsse auf die Wanderungsbewegungen der Urzeittiere machen. „Wahrscheinlich gab es trotz der im Jura weit verbreiteten Meere temporäre Landbrücken zwischen Deutschland, Portugal und Nordamerika“, sagt Oliver Wings, der Leiter des Europasaurus-Projektes, bei dem seit 2012, koordiniert vom Landesmuseum Hannover, in Zusammenarbeit mit dem Dinosaurier-Park Münchehagen und dem Steinmann-Institut der Universität Bonn die Lebenswelt in Niedersachsen vor 154 Millionen Jahren untersucht wird. Diese lag damals deutlich weiter südlich in der Nähe des Äquators. „Wir gehen davon aus, dass ein tropisches Klima geherrscht hat“, sagt Forscher Gerke.

Saurier erleben

Der kürzeste Weg, um mehr über das Leben der Dinosaurier zu erfahren, führt in das Landesmuseum Hannover. In den „Naturwelten“ werden Exponate von Fossilien und Dinosauriern gezeigt – darunter Originalplatten mit den Dinosaurierfährten-Abdrücken, die in den Obernkirchener Sandsteinbrüchen gefunden wurden. In einem Großterrarium ist außerdem das Skelett eines Plateosaurus zu sehen, einem zweibeinigen Pflanzenfresser, der bis zu zehn Meter groß werden konnte.

Noch deutlich mehr kann man über die Urzeitriesen im Dino-Park Münchehagen lernen, der mit dem Landesmuseum kooperiert. Dort kann man die Lebenswelt der Dinosaurier auf einem 2,5 Kilometer langen Rundweg erfahren. In den verschiedenen Zeitabschnitten sind jeweils lebensechte Rekonstruktionen der ausgestorbenen Tiere zu sehen, darunter auch der gewaltige Raubsaurier Tyrannosaurus Rex. Ebenfalls gezeigt werden Rekonstruktionen der ersten Säugetiere.

Zentrum des Dino-Parks Münchehagen sind allerdings die 300 versteinerten Dinosaurier-Spuren. Die echte Fundstelle wird auch heute noch aktiv erforscht.


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