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Soll mittelfristig anders genutzt werden: Johannes-Kirche in der List.

Soll mittelfristig anders genutzt werden: Johannes-Kirche in der List.© Ralf Decker

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Kirchenschließungen

Hannover verliert den Glauben

In Hannover stehen zwei weitere evangelische Kirchen vor der Aufgabe, die Gebäude sollen jedoch erhalten bleiben. Hintergrund sind weiter sinkende Mitgliederzahlen.

Hannover. Beschlossen ist bereits das Aus für die Bodelschwingh-Kirche (Ledeburg). Seit zwei Wochen ist klar, dass die Lindener Gerhard-Uhlhorn-Kirche verkauft werden soll (NP berichtete). Mittwoch Abend wurde bekannt: Die Johannes-Kirche in der List soll „mittelfristig“ anders genutzt werden, die Gemeinde will das Gebäude aber behalten und laut Pastorin Antje Marklein möglichst „mit einem Partner nutzen“. Außerdem will die Südstädter Kirchengemeinde die Athanasiuskirche entwidmen und die Kirche vermieten.

Das kam auf einer Diskussionsveranstaltung der Oststädter Dreifaltigkeits-Gemeinde zur Sprache – Thema: „Abreißen, umwidmen oder aufbauen? Was wird aus unseren Kirchen?“

Der stellvertretende Stadtsuperintendent Thomas Höflich sagte: „Wir müssen Kräfte konzentrieren. Wir werden weniger.“ Die Kirche sitze in „einer demographischen Falle“. Derzeit seien noch 34 Prozent der Hannoveraner Lutheraner, aber nur noch 13 Prozent der geborenen Kinder würden evangelisch getauft. „An dieser Stelle kommen wir nicht weiter.“ Rechnerisch brauche es mindestens 3000 Mitglieder, damit eine Gemeinde eine Kirche erhalten könne. „Sonst wirds schwierig. Wollen wir langsam zerfallende Kirchen sehen?“

Auch wenn es derzeit noch kein Thema sei, müsse darüber nachgedacht werden, wie mit Anfragen muslimischer Gemeinden umgegangen werden solle, die möglicherweise Interesse an einer Kirche hätten. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, welche neuen Nutzungsmöglichkeiten es geben könne, um die Gotteshäuser zu erhalten. Höflich am Rande der Veranstaltung: „Warum keine Kirche, in der Sport getrieben wird – wenn wir Sonntags darin beten können.“

Doris Lieckfeldt, die zur fusionierten Gemeinde Ledeurg-Stöcken gehört, warnte vor übereilten Zusammenschlüssen von Kirchengemeinden: „Wir bemühen uns zusammenzuwachsen, aber es geht nicht.“ Viele engagierte blieben weg, seit die Corvinus-Kirche entwidmet sei.

Wolfgang Irrlitz aus der ehemaligen Messiasgemeinde in Buchholz sagte, auch dort sei die Fusion „total gescheitert“. Und: „Vor ihnen steht ein frustriertes Mitglied.“


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