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Daniel Radke (29) und Jochen Gruß (43) waren am Montag in der Goethestraße mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt.© Wilde

Winterschäden

Hannover stopft schnell 200.000 Euro in Schlaglöcher

Der Winter und seine Folgen: 200.000 Euro mehr als in den vergangenen Jahren muss die Stadt in kaputte Straßen investieren – eine Steigerung der Instandsetzungsausgaben um fast 30 Prozent. Das Geld wird an anderer Stelle eingespart.

Dass der Winter den Straßen arg zugesetzt hat ist offensichtlich. Der „Frühjahrs-Job“, so Stadtbaurat Uwe Bodemann, der Straßenbauarbeiter in Hannover fällt in diesem Jahr deshalb besonders heftig aus.

Noch ist der Schaden nicht hundertprozentig gesichtet – insbesondere auf Nebenstraßen können noch etliche unentdeckte Risse unter dem Dreck- und Splittteppich verborgen liegen. Derzeit aber schätzt die Bauverwaltung, dass die Schäden etwa 30 bis 40 Prozent höher ausfallen als in anderen Jahren. Folge: „Unsere Budgets reichen nicht“, berichtete Bodemann am Montag.

Für Instandsetzungsarbeiten auf Hannovers Straßen stehen normalerweise pro Jahr 720.000 Euro zur Verfügung. „Auf Grund der Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre“, erklärte Bodemann. In diesem Jahr werden durch Umschichtungen 200.000 Euro zusätzlich bereitgestellt. Das Geld kommt aus dem sogenannten Deckenprogramm, mit dem schon länger geplante Erneuerungen von Straßenbelägen finanziert werden. Dort bleiben noch immer 500.000 Euro übrig, doch einige der Projekte müssen nun auf das kommende Jahr verschoben werden.

Oberste Priorität bei den Reparaturarbeiten haben neben den Fußgängerzonen in der Innenstadt die Hauptverkehrsstraßen – und dabei insbesondere die Strecken, auf denen derzeit wegen der hohen Schlaglochdichte ein Tempolimit herrscht. Doch auch dort ist im Moment nur Flickwerk möglich, um die gravierendsten Schäden zumindest kurzfristig auszubessern.

Bereits seit Anfang Februar sind die rund 60 Mitarbeiter der elf städtischen Straßenerneuerungs-Kolonnen unterwegs, um diese Löcher mit Kaltbitumen zu füllen, gelegentlich auch mit dem teureren aber etwas haltbareren Guss-Asphalt. Bitumenfüllungen aber halten bei der derzeitigen Witterung nur wenige Wochen oder gar nur Tage.

Längerwirkende Reparaturmaßnahmen sind erst dann möglich, wenn die Temperaturen wenigsten zehn Grad betragen. Auch zu viel Feuchtigkeit auf der Straße kann einen Erfolg der Arbeiten beeinträchtigen. „Unser Ziel ist, innerhalb der nächsten acht Wochen alle durch Winterschäden nötig gewordenen Geschwindigkeitsbegrenzungen wieder aufheben zu können“, betonte Bodemann.

Die Stadt sei verpflichtet, die Verkehrssicherheit auf den Straßen zu gewährleisten, könne gegebenenfalls auch in Regress genommen werden. In einigen Fällen müsse man abwägen, in welchem Rahmen die Investitionen überhaupt sinnvoll seien, insbesondere, wenn in den Bereichen bereits größere Umgestaltungen geplant sind.

Bodemann: „Wir wollen kein Geld verbrennen.“ So soll etwa in der Sallstraße zwischen Marien- und Kleiner Düwelstraße mit größeren Asphaltflicken gearbeitet werden, die nur einige Jahre halten. Doch bis dahin soll dort auch der Umbau begonnen haben. Im südlichen Bereich der Sallstraße dagegen werde die ganze Decke in diesem Jahr erneuert.

(Andreas Krasselt)


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