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Meine Stadt Hannover ist belastet: Nitratwerte zu hoch
Hannover Meine Stadt Hannover ist belastet: Nitratwerte zu hoch
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22:40 10.07.2018
Verunreinigt das Grundwasser: Zu viel Gülle als Dünger erhöht den Nitratgehalt.
Hanover

„Das Ergebnis ist erschreckend, es muss jetzt unbedingt gehandelt werden“, sagte Harald Gülzow, Pressesprecher des VSR-Gewässerschutzes. Bei einer Informationsveranstaltung des Vereins Mitte Juni konnten Proben abgegeben werden, die anschließend vom Verein untersucht wurden. Mit er­nüchterndem Ergebnis: In einem privaten Brunnen in Otze lag der Nitratgehalt bei 116, in Engensen-Ost bei 82 Milligramm pro Liter. Der Grenzwert liegt in Deutschland bei 50 Milligramm pro Liter. Das Wasser sei aufgrund des hohen Werts nicht mehr zum Trinken geeignet. Auch zum Befüllen von Teichen tauge das Wasser nicht. Denn wegen der Belastung bestünde die Gefahr der Massenvermehrung von Algen, und die bedeute das Massensterben von Fischen. „Wir haben seit 30 Jahren ein massives Nitratproblem und noch immer keine richtige Lösung“, kritisiert Gülzow. Die Düngung in der Landwirtschaft müsse weiter reduziert werden. Denn Ursache für das Nitratproblem ist der Einsatz von Gülle: Gelangt mehr Gülle oder Dünger auf Felder, als Pflanzen zum Wachsen benötigen, bleibt Stickstoff im Boden zurück. Durch Bakterien wird dieser in Nitrat umgewandelt und sickert ins Grundwasser. Für Menschen ist Nitrat ge­fährlich, weil es im Körper zu Nitrit umgewandelt wird und den Sauerstofftransport im Blut verhindert.

Auch das Umweltministerium weiß um das Problem: „Die ermittelten Werte sind besonders hoch“, sagte eine Sprecherin gegenüber der NP. Die Düngung auf Feldern müsse verschärft reduziert werden. Denn aufgrund der „intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung“ in Niedersachsen gebe es seit Jahren hohe Nährstoffüberschüsse. Allerdings müsse man zwischen Brunnen- und Trinkwasser unterscheiden, hieß es aus dem Ministerium. Denn Brunnenwasser sei kein Trinkwasser. „Das Trinkwasser ist in Niedersachsen sauber“, erklärte sie. Doch man wisse auch, dass das endlich ist, und müsse nun dringend etwas unternehmen.

Der  VSR-Gewässerschutz  fordert deswegen, dass die Landwirte bei der Düngung das bereits vorhandene Ni­trat im Grundwasser berücksichtigen. Aus dem Landwirtschaftsministerium hieß es hierzu, dass man im Zuge der Düngeverordnung Maßnahmen umsetzen wolle. Dazu könnte unter anderem auch zählen, dass die Betriebe Wirtschaftsdünger und den Nitratgehalt im Boden untersuchen.

Mandy Sarti

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