Navigation:
Gesundheit

Hannover im Babyglück, aber Hebammen in Not

Hebammen sind unverzichtbar. Das beteuern immer wieder Gesundheitspolitiker, Krankenkassen, Eltern und natürlich die Hebammen selbst. Dennoch droht dem ältesten Beruf der Welt in Deutschland bald das Aus. Ab Juli 2016 läuft die Gruppenhaftpflichtversicherung des Deutschen Hebammenverbandes aus. Freiberufliche Hebammen, die 60 Prozent der Hebammen ausmachen, werden sich nicht mehr versichern können, was faktisch einem Berufsverbot gleichkommt. Zudem fehlt der Nachwuchs: Allein in Hannover ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Ausbildungsplätze für Hebammen halbiert worden.

Hannover. Schon jetzt ist der Hebammen-Mangel für viele Frauen spürbar - auch in Hannover. Die Diakonie in Niedersachsen warnt vor einer zunehmend schlechteren Versorgung für Schwangere. „Besonders im ländlichen Raum haben sie schon jetzt große Probleme, an Hebammen heranzukommen“, sagte Diakonie-Vorstandssprecher Christoph Künkel. Für die Betroffenen sei die Situation extrem belastend und führe zu starkem Stress. Hebammen seien oft Monate im Voraus ausgebucht. „Um überhaupt noch eine zu finden, müssen sich Frauen direkt nach dem Schwangerwerden darum kümmern. Sonst ist es zu spät“, weiß auch Eva-Maria Zabbée von der Diakonie.

Die niedersächsische Diakonie hat im vergangenen Jahr rund 4700 Schwangere beraten. Immer wieder berichteten Frauen dabei, dass sie auch nach dem fünften Schwangerschaftsmonat keine Hebamme finden konnten, um auf dem Weg zur Geburt und danach betreut zu werden. Künkel sprach von einem „skandalösen Mangel, der behoben werden“ müsse. Besonders erschüttert habe ihn die folgende Aussage einer Schwangeren: „Wenn es keine Hebammen mehr gibt, dann will ich auch nicht mehr schwanger werden.“ So weit dürfe es nicht kommen, so Künkel.

Der steigende Hebammen-Mangel belastet auch das Gesundheitssystem, warnt Veronika Bujny, Vorsitzende des Hebammenverbandes Niedersachsen. Überfüllte Ambulanzen und Wartezimmer von Gynäkologen sowie Kinderärzten seien die Folge. Bujny: „Dabei sind viele Arztbesuche nicht erforderlich. Aber junge Eltern sind oft verunsichert. Hebammen leisten da eine wichtige Unterstützung.“

Dabei gibt es einen Babyboom im Land: Seit der Wende haben die Deutschen nicht mehr so viele Kinder bekommen wie derzeit. Auch Hannovers Kliniken erwarten nach dem geburtenstarken Vorjahr wieder neue Höchstwerte.
Insgesamt kamen deutschlandweit im Vorjahr 715 000 Babys zur Welt – Tendenz 2015: steigend! Es wäre das vierte Jahr in Folge, in dem ein Anstieg verzeichnet werden konnte.

Achim Balkhoff, Sprecher der Diakonischen Dienste Hannover, zu der Friederiken- und Henriettenstift gehören: „Es ist ein absoluter Babyboom. In diesem Jahr sind noch einmal besonders viele Kinder zur Welt gekommen.“ Auch MHH, Vinzenzkrankenhaus und Klinikum Region Hannover verzeichnen ein Geburtenplus.


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok