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Meine Stadt Hannover hat Deutschlands bestes Programmkino
Hannover Meine Stadt Hannover hat Deutschlands bestes Programmkino
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16:12 29.10.2018
AUSGEZEICHNET: Das Kino am Raschplatz hatte 2017 das beste Kinoprogramm aller Programmkinos in Deutschland Quelle: Körner
Hannover

Das Kino am Raschplatz hatte 2017 das beste Kinoprogramm Deutschlands. Die Programmkinomacher sind von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), der Staatsministerin Monika Grütters, in Münster mit diesem Spitzenpreis der Lichtspielbranche ausgezeichnet worden.

Wie wird man Deutschlands bestes Programmkino? „Ein Rezept gibt es nicht dafür“, sagt Torben Scheller vom Organisationsteam des Raschplatzkinos. „Man muss eine gute Mischung hinbekommen, zwischen Filmen, die Besucher anlocken, und etwa eckigeren, kantigeren Filmen.“ Kino mit Anspruch eben. Filme, die auf einschlägigen Festivals gut angenommen wurden. Oder auch Filme von Regisseuren oder mit Schauspielern, die mit ihren vorherigen Leistungen Erwartungen weckten. „Wir gucken aber auch darauf, was aktuell in der Gesellschaft angesagt ist und diskutiert wird“, betont Scheller. Kino eben am Nabel der Zeit.

Das ist nicht ganz risikofrei, schließlich muss sich ein Kino über seine verkauften Eintrittskarten finanzieren. Manch Kritikerliebling scheitert auf der Leinwand gnadenlos am Desinteresse des Publikums. Daher würdigte Kulturstaatsministerin Grütters die Preisträger nicht nur als Kulturorte, Foren der Reflexion und Erfahrungsräume, sondern auch als „Hochrisiko-Zonen“ für die Betreiber. „Mit ihrem Engagement und ihrem Mut zum Wagnis tragen die Kinobetreiber und Filmkunstverleiher dazu bei, dass Film eine Zukunft als Kulturgut hat – und nicht nur als Ware", lobte sie.

Insgesamt wurden 222 Programmkinos ausgezeichnet, wofür insgesamt 1,8 Millionen Euro als Prämien ausgeschüttet wurden. Auch das Apollo-Kino in der Linden erhielt einen Preis für sein Jahresprogramm in Höhe von 7500 Euro. Für das Programmkino auf der Limmerstraße schon fast Routine. Dass der Hauptpreis in Höhe von 20 000 Euro in diesem Jahr an das Raschplatzkino ging, hat die Betreiber dann aber doch freudig überrascht.

Der Haken dabei: Die Sieger müssen die Preisverleihung im kommenden Jahr ausrichten. „Dann gucken die Kinos und Filmemacher nach Hannover“, freut sich Scheller – auch wenn das dann mit viel Arbeit verbunden sei. „Wir müssen ein Rahmenprogramm auf die Beine stellen und vor allem eine Location finden.“ Die Kinos am Raschplatz seien dafür zu klein. Vielleicht könnte ja der Raschplatzgründer Achim Flebbe mit seinem Astor Grand Cinema aushelfen? „Auch das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Wir haben viele Ideen, aber nichts Spruchreifes.“

Von Andreas Krasselt

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