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Umwelt

Hannover fürchtet sich vor dem großen Hochwasser

Eigentlich bräuchte Herrenhausen ein Wasserschloss. Denn beim 200-jährigen Hochwasser bliebe auch der Neubau nicht verschont. Das geht jetzt aus den Plänen hervor, die die Region Mittwoch vorgestellt hat.

Hannover. Auf 34 Karten (im Internet unter www.hannover.de) hat der Stadt-Land-Fluss-Ingenieurdienst die neuralgischen Punkte für ein HQ 200 (siehe Info) errechnet. „Wir müssen wegen des Klimawandels mit extremeren Wetterlagen rechnen“, erklärte Axel Priebs, Umweltdezernent der Region, die Vorbereitung auf extremes Hochwasser.

Der Blick auf die Region ist einfach: Zwischen Neustadt und Herrenhausen hat die Leine genug Platz, so dass auch bei dem extremsten Hochwasser keine Wohngebiete überschwemmt werden. Einzige Ausnahme wäre Letter, wo sich das Wasser bis zu einem Meter Höhe anstauen würde .

Das Nadelöhr heißt Hannover. Die Herrenhäuser Gärten wären bei einem 200-jährigen Hochwasser mit 2,50 Meter überschwemmt. Die Wassermassen würden auch noch das neue Schloss erreichen. Die Wasserstadt Limmer würde bei einem HQ 200 ihrem Namen alle Ehre machen, weil auch sie im kühlen Nass versinken würde. Bei extremen Hochwasser zöge die Flutwelle über den Schützenplatz (Wasserstand: vier Meter), den Ricklinger Stadtweg (2,70 Meter) bis nach Hemmingen-Westerfeld und Wilkenburg ihre Bahn.

„Hochwasser kennt keine Grenzen“, sagt Sonja Papenfuß, Leiterin des Fachbereichs Umwelt bei der Region. Deshalb wurden in die Planungen des Ingenieurbüros auch der Heidekreis und der Kreis Hildesheim einbezogen.

Was geschieht jetzt mit den Daten? „Wir stellen sie den Kommunen, Firmen und Grundstücksbesitzern zur Verfügung, damit sie sich auf eine Flut vorbereiten können“, sagt Priebs. Die Kommunen können neuralgische Punkte dem Land melden und dürfen dann auf finanzielle Unterstützung hoffen, erklärt Ulrich Kiel vom Stadt-Land-Fluß-Ingenieurdienst. So plant die Stadt Hemmingen schon seit Jahren einen Deichbau.

Wann und ob die Katastrophe hereinbricht, weiß niemand. Ein HQ 200 haben die Chronisten in der Region noch nicht notiert. Ein HQ 100 gab es 1946 in Hannover. Die Sanierung der Überflutungsflächen in Linden sorgt zumindest beim Jahrhunderthochwasser dafür, dass die Calenberger Neustadt trocken bleibt.


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