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KLEINER FLIEGER: Dieser Mini-Multikopter kann im Kinderzimmer abheben.

KLEINER FLIEGER: Dieser Mini-Multikopter kann im Kinderzimmer abheben.© Florian Petrow

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Hannover fliegt auf Drohnen

Ob ganz klein oder sehr teuer - Hannover fliegt auf Multikopter. Die Drohnen machen Luftbilder, manchmal stürzen sie auch ab - und einige sind gefährlich.

Hannover. Es summt, es sirrt, es macht Riesenspaß: Immer mehr Technikfans in der Region Hannover fliegen auf Multikopter. Die ferngesteuerten Flugobjekte mit meist vier Propellern haben sich zum absoluten Trend-Hobby entwickelt. Karl Heinrich Meier, Fachverkäufer Modellbau in der hannoverschen Conrad-Filiale am Steintor, bestätigt: „Es gibt einen hohen Abverkauf - Tendenz steigend.“

Der Trend zum In-die-Luft-gehen für jedermann und jeden Geldbeutel hat aus Sicht des Conrad-Experten vor rund vier Jahren begonnen; 2013 habe das Geschäft mit den kleinen Technikwundern dann „richtig angezogen“. Meier betont: „Das Hobby Multikopter ist halt trendy.“ Und das Angebot absolut abwechslungsreich - laut Meier gibt es nicht den typischen Multikopter-Käufer: „Dieses Produkt zieht alle Käuferschichten an.“

Kein Wunder: Mit dem Nano Quad beispielsweise, einem kaum Bierdeckel-großen, nur 11,5 Gramm leichten Mikro-Quadkopter vom Hersteller Revell, können Hobby-Flieger in den eigenen vier Wänden bequem in der Playmobil-Garage ihrer Kinder einparken. Rund hundertmal teurer und wesentlich anspruchsvoller wird es am anderen Preisende der Produktpalette (siehe Info): Der schwarzweiße Inspire I der Firma DJI mit seinen vier mächtigen Propellern und diversen weiteren Extras verfügt sogar über einziehbare Landestützen und zwei Fernbedienungen - eine steuert den Flieger, mit der anderen wird die Kamera bewegt und bedient.

Doch Multikopter, die auch gern als Drohnen bezeichnet werden, sind nicht nur klein und flink - manchmal fliegen sie auch einfach weg. So geschehen kürzlich im Bereich Limmer/Herrenhausen. Dort „fahndete“ ein junger Mann mit Plakaten, die er zwischen Stockhardtweg am Stichkanal Linden, Wasserkunst und Leine-Bogen an der Westschnellweg-Abfahrt im Bereich Herrenhäuser Straße aufgehängt hatte, nach seinem entflogenen Flieger. „Quadrocopter/Drohne abgestürzt und vermisst. Zahle Finderlohn!“, stand mit einer Handynummer auf den weißen Plakaten im DIN-A-4-Format - neben einem Farbfoto des schwarzen, rechteckigen Eigenbaus mit teils offenliegenden Kabelbäumen.

Unklar ist, ob der Techniker seine Renndrohne wiederbekommen hat, die mutmaßlich in unübersichtlichem Weideland oder auf schwer zugänglichen Grünflächen zwischen Kanal und Klärwerk notgelandet sein muss. Im städtischen Fundbüro jedenfalls ist sie nicht abgegeben worden. In einem anderen Fall konnte man dort allerdings helfen. 2014, so Stadtsprecherin Ulrike Serbent, sei eine im Georgengarten abhanden gekommene Drohne gemeldet worden. Der Multikopter sei im Park gefunden und im Fundbüro abgegeben worden.

Die Polizeidirektion Hannover sieht derzeit in den Drohnen „kein polizeiliches Problem“. Nur zweimal waren Beamte in diesem Jahr mit Multikoptern beschäftigt. Anfang März meldete ein Anwohner im Bereich Kugelfangtrift (Vahrenheide, Einzugsbereich des Flughafens Hannover) ein Flugobjekt. „Wir haben wegen des Verdachts der Gefährdung des Luftverkehrs ermittelt, aber keine Feststellungen gemacht“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg. Im Juni habe ein Sportflieger am Neuen Rathaus eine Drohne gemeldet, doch eine Funkstreifenbesatzung habe das Flugobjekt nicht entdecken können.

Ermittler der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU, Braunschweig) indes müssen sich mittlerweile öfter mit den Folgen des Trend-Hobbys beschäftigen. „Es gibt regelmäßig Annäherungen zwischen Drohnen oder Modellfliegern und bemannten Luftfahrzeugen“, sagt BFU-Sprecher Germout Freitag. Unfälle habe es in Deutschland bisher noch nicht gegeben.

Während das Trend-Hobby Multikoptern immer mehr Anhänger findet, spielt zeitgleich eine gefährliche Spielart eine immer größere Rolle: das sogenannte Racecoptern. Dabei, so ein Szenekenner, liefern sich Piloten Rennen mit Sonderanfertigungen. An der Front der Kopter sind Kameras angebracht, deren Bilder in Echtzeit in eine Spezialbrille übertragen werden. Die Renndrohnen erreichen bis zu 120 Stundenkilometer. Doch das so schnelle Fliegen in öffentlichem Raum ist verboten, betont der hannoversche Experte. Und gefährlich.

Von Andreas Körlin


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