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Südstadt

Hannover atmet nach Bombenentschärfung auf

Gähnen in der Nacht, aufatmen am Morgen: Für eine Bombenentschärfung mussten Zehntausende Menschen in Hannover in der Nacht in ihre Wohnungen verlassen.

Hannover. Ohne Unfall und allzu viel Schlaf haben 31 000 Hannoveraner eine der größten Evakuierungsaktionen seit dem Krieg überstanden. Die Bewohner der Südstadt hatten für die nächtliche Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ihre Wohnungen verlassen müssen. Sie konnten in den frühen Morgenstunden in ihre Wohnungen zurückkehren. In der Nähe des Fundortes der amerikanischen 250-Kilo-Bombe werden keine weiteren Blindgänger vermutet, wie die Feuerwehr mitteilte.

Die Bombe war am Dienstag bei Abrissarbeiten auf einem ehemaligen Schulgelände entdeckt worden. Mehr als 70 Jahre lang hatte sie unentdeckt unter dem zuletzt von Gymnasiasten und der Volkshochschule genutzten Gelände in einem dicht besiedelten Viertel gelegen. Wegen des Zustands des Blindgängers hatte der Kampfmittelräumdienst eine zügige Entschärfung empfohlen. Zum Schutz hatten die Einsatzkräfte um den Fundort einen Wall aus Containern aufgebaut. Rund vier Stunden waren 850 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen mit der Räumung der umliegenden Wohngebäude im Umkreis von einem Kilometer um den Fundort beschäftigt. Auch die Staatskanzlei und ein Altenheim wurden evakuiert.

Die Menschen kamen in einer großen Mehrzweckhalle, Hotels oder einer Sporthalle unter. Das Rote Kreuz versorgte sie mit Kaffee, Kaltgetränken und kleinen Snacks. "Die Evakuierung verlief äußerst positiv. Die Menschen waren sehr kooperativ", sagte Feuerwehrsprecher Martin Trang. Mit Taschen, Koffern oder Schlafmatten machten sich viele der Betroffenen am Abend auf zu Freunden und Verwandten. An anderen Haustüren mussten die Feuerwehrmänner mehrfach vorstellig werden, bis die Bewohner herauskamen und die Lichter ausgingen. Kampfmittelexperten rückten mit speziellem Gerät an, um die beiden Bombenzünder unschädlich zu machen. Der Aufschlagzünder am Heck der Bombe wurde mit einem Wasserstrahlschneidegerät aus dem Bombenkörper herausgelöst.

Um 2.30 Uhr schließlich war der Blindgänger entschärft. Hannover war im Zweiten Weltkrieg vielfach Ziel alliierter Bomber. Allein bei dem schwersten Bombenangriff auf die Landeshauptstadt in der Nacht zum 9. Oktober 1943 wurden 261 000 Bomben über Hannover abgeworfen.

1245 Menschen kamen ums Leben, 250 000 wurden obdachlos. Bei manchem Südstadtbewohner gab es noch Erinnerungen an die Bombennächte von damals. So kramte einer Bombensplitter hervor, die sein Vater damals aus den Möbeln gezogen und aufbewahrt hatte.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
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     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok