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Meine Stadt Hannover: Zweites „Little Home“ montiert
Hannover Meine Stadt Hannover: Zweites „Little Home“ montiert
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15:46 08.02.2019
AUFBAU: Mehrere freiwillige Helfer montieren das „Little Home“ auf dem OBI-Parkplatz. Quelle: Wilde
Hannover

Mit lautem Kreischen fährt die Säge durch die 15er OSB-Platte. Der Zuschnitt muss stimmen. Passgenau werden die großen Elemente zusammengesetzt, bilden Boden und Wände. Zum Schluss noch kommt das Dach drauf. Was Kritiker schon spöttisch als Hundehütte bezeichnet haben, braucht etwa einen Tag Bauzeit, kostet nur 1050 Euro – und bietet einem Obdachlosen einen zumindest rudimentären Schutz gegen Wind und Kälte.

Auf dem Parkplatz des OBI-Baumarkts in Linden ist am Freitag das zweite sogenannte „Little Home“ in Hannover entstanden. Sicher keine Lösung für das Problem der Wohnungslosigkeit, aber immerhin ein Notbehelf, eine Rückzugsmöglichkeit, um zur Ruhe zu kommen.

Das Geld für die Materialien wurden gespendet. Die rund zehn Helfer, die diese Holzhütte montieren, machen das ehrenamtlich. Heinrich Dehmke (63) ist bereits das zweite Mal dabei. „Ich war im Öffentlichen Dienst, habe es sehr gut gehabt. Ich hab gedacht, weil ich jetzt in Rente bin, geb ich was ab“, sagt er. Als Tischler kann der 63-Jährige dem gesamten Bautrupp wertvolle Tipps geben. „Ich hab auch an der ersten Hütte nachgebessert, als mal was kaputt war.“

Das erste Mal habe man noch etwas hilflos vor der Aufgabe gestanden. Jetzt, beim zweiten Mal geht vieles sehr viel flotter von der Hand. Es gibt auch Verbesserungen: Die Fertigtür des ersten „Little Homes“ habe sich als nicht so dicht erwiesen, wie es der Fachmann gerne gehabt hätte. Diesmal hat sie Dehmke selbst angefertigt, wie auch einen kleinen Tisch, der das sparsame Mobiliar der Unterkunft bereichern wird.

3,2 Quadratmeter ohne Strom und Heizung

Auf 3,2 Quadratmetern bietet die Wohnbox nur das Allernötigste. Eine Matratze, ein Camping-Klo, ein Waschbecken, einen Feuerlöscher. Es gibt keinen Strom und keine Heizung. Die erste Holzhütte dieser Art, transportabel auf einer Palettenkonstruktion mit Rädern gelagert, wurde im Dezember montiert und bezogen. Der Verein „Little Home Köln e. V.“ baut diese Wohnboxen bundesweit. „Es gibt 15 000 Anfragen von Betroffenen und Organisationen“, sagt der Regionalleiter für Niedersachsen, Marc Petersen. „In Hannover planen wir insgesamt 25 Little Homes.“

Die erste Hütte steht auf einem Kirchengrundstück, wo genau will Petersen nicht verraten. Es geht darum, die Bewohnerin zu schützen. Auch die zweite Box wird irgendwo stehen, wo sie keine allzu große Aufmerksamkeit erregt. Spenden für den Verein sind weiter erwünscht. Und auch die Obdachlosen würden sich über Hilfen freuen, ist Heinrich Dehmke sicher. Aber nicht jedes Geschenk ist sinnvoll. „Ein Federbett verklumpt, das ist schlecht. Ein guter Schlafsack, ein Kocher – das sind Sachen, die gebraucht werden.“ Am besten sollte man den Betroffenen ansprechen und fragen, was er benötige.

Von Andreas Krasselt

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