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Meine Stadt Hannover: Zu wenig Wohnraum für Studenten
Hannover Meine Stadt Hannover: Zu wenig Wohnraum für Studenten
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00:17 20.09.2017
Hannover

Für das kommende Semester liegen dem Studentenwerk aktuell 3196 Anträge für einen Platz im Wohnheim vor. 570 Mietverhältnisse seien bereits abgeschlossen worden. Andere Studenten hätten kein Interesse mehr, so Hoffmann weiter. Insgesamt stehen Hannovers Studenten rund 2300 Plätze in 16 Wohnhäusern zur Verfügung. „Etwa 60 Prozent der Zimmer gibt es dabei für 250 Euro monatlich. Das entspricht dem Mietanteil im Bafög“, erklärt der Geschäftsführer.

Noch immer liegt die Unterbringungsquote der Studenten in der Stadt bei lediglich 6,3 Prozent. Diese Quote beschreibt das Verhältnis zwischen der Ge­samtstudentenzahl und den geförderten Wohnheimplätzen. Zum Vergleich: In Göttingen beträgt sie 15, in Oldenburg 11,9 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp zehn Prozent. Eberhard Hoffmann betrachtet die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt in Hannover seit einigen Jahren mit großer Sorge: „Insgesamt hatten wir zu Ende August über 4000 Anträge auf einen Wohnheimplatz. 2016 waren das noch 500 Anträge weniger. Diese enorme Steigerung zeigt, wie voll der Wohnungsmarkt hier ist und wie knapp der bezahlbare Wohnraum für Studenten geworden ist.“

So seien die durchschnittlichen Mietkosten von Studierenden in den vergangenen vier Jahren um zehn Prozent gestiegen. Einige müssten monatlich 500 Euro oder mehr nur für Miete ausgeben. Hoffmann befürchtet:     „Solche Mietkosten können für manche  Studenten  ein Studium in unerreichbare Ferne bringen. Der Geldbeutel darf aber nicht über die Chancen junger Menschen entscheiden.“ Der Chef des Studentenwerks hat daher hohe Erwartungen und Forderungen an die künftige Landesregierung: „Den Worten in den Wahlprogrammen aller Parteien müssen Taten folgen. Es muss ein großzügiges Zuschussprogramm aufgelegt werden. 15 Millionen Euro müssten da jährlich reinfließen. Das wären bei  30 000 Euro Zuschuss pro Wohnplatz 500 Wohneinheiten landesweit. „Ohne diese Finanzspritze sehe ich schwarz“, so Hoffmann.

von Britta Lüers

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