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ERMITTLUNGEN: Beamte vom Hauptzollamt Hannover untersuchten auch eine luxuriöse Mercedes-Limousine eines der beiden Geschäftsinhaber.

ERMITTLUNGEN: Beamte vom Hauptzollamt Hannover untersuchten auch eine luxuriöse Mercedes-Limousine eines der beiden Geschäftsinhaber.

Schwarzarbeit

Hannover: Zoll greift härter durch

Großeinsatz in der List: Dutzende Zöllner durchsuchten Mittwoch einen Imbiss und drei Wohnungen. Der Döner-Laden gehört zwei Brüdern (27/32). Das Duo soll seit rund fünf Jahren Mitarbeiter nicht korrekt sozialversichert und außerdem Steuern hinterzogen haben.

Hannover. Das Döner-Fleisch auf den zwei mächtigen Drehspießen wurde gerade knusprig, als Beamte Mittwoch gegen 12 Uhr den Imbiss in der List betraten. Doch die bewaffneten Uniformträger planten keine opulente Mahlzeit, sondern eine ausgedehnte Razzia.

Knapp vier Dutzend Zöllner, unterstützt von zwei Polizisten und einem Finanzbeamten, durchsuchten das Geschäft. Der wird von zwei Irakern (27/32) geführt. Verdacht der Ermittler: Das Duo soll seit rund fünf Jahren Mitarbeiter nicht korrekt sozialversichert und außerdem Steuern hinterzogen haben.

„Der Steuerschaden wird nicht unerheblich sein“, schätzt Oliver Keuck, Sprecher des Hauptzollamtes. Eine frühere Routinekontrolle habe Ermittlungen ins Rollen gebracht. Durchsucht wurden auch Wohnungen der Verdächtigen, die einer Lebensgefährtin und Mercedes-Limousine.

Fünf Mitarbeiter wurden direkt vor dem Imbiss in grünweißen Mercedes-Kleinbussen der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ befragt. Unter anderem stellten Zöllner fest, dass ein türkischer Beschäftigter keine Arbeitserlaubnis hatte. Die Ladenkasse wurde sichergestellt, Kriminaltechniker sollen Daten auslesen. Die Ermittlungen dauern an.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lobte Mittwoch in einer Pressemitteilung die Bedeutung der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ des Zolls, denn: „In der Region Hannover bekommen immer noch nicht alle Beschäftigten die Bezahlung, die ihnen zusteht.“ Laut NGG habe das Hauptzollamt Hannover in den ersten sechs Monaten des Jahres auch 35 Verfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne eingeleitet.

NGG-Geschäftsführerin Claudia Tiedge freut sich über die gestiegene Zahl der Zollkontrollen: „Im ersten Halbjahr prüften die Beamten 124 Hotels, Gaststätten und Restaurants – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.“ Tiedge weiter: „Je gründlicher der Zoll kontrolliert, desto größer ist das Risiko für Unternehmen, bei schmutzigen Praktiken erwischt zu werden.“

Von Andreas Körlin


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