Navigation:
|
Verdi

Hannover: Wieder Streiks in Kitas?

Der Schlichterspruch im Sozial- und Erziehungsdienst ist durchgefallen. 69,13 Prozent der Verdi-Mitglieder haben das von Hannovers Ex-OB Herbert Schmalstieg mit ausgehandelte Ergebnis abgelehnt - in Hannover war die Unzufriedenheit sogar noch deutlich höher.

Hannover. „Das ist ein klarer Handlungsauftrag, den Streik fortzusetzen“, sagt Verdi-Chef Frank Bsirske. Noch gibt es eine letzte Chance, den Konflikt zu beenden, ohne dass Eltern wieder nicht wissen, wohin mit ihren Kindern. Am Donnerstag treffen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In Kürze jedoch, so kündigte ein Sprecher an, könnten regionale Streikkonferenzen einberufen werden. Der Schlichterspruch bedeute für etliche „nicht mal zwei Prozent mehr“.

Interview

Der Schlichter setzt auf Einigung. Hannovers Ex-OB Herbert Schmalstieg, der im Kita-Streik einen Kompromiss ausgehandelt hatte, meint, die Erwartungen der Gewerkschaft Verdi seien zu hoch gewesen. Allerdings müssten auch die Arbeitgeber nachbessern.

Der Schlichterspruch, an dem Sie maßgeblich beteiligt waren, ist damals mit 19 zu eins, also mit nur einer Gegenstimme von den Arbeitnehmern, angenommen worden. Wundert es Sie, dass die Verdi-Beschäftigten jetzt mit so großer Mehrheit diese Lösung abgelehnt haben?

Ja und Nein zugleich. Die Schlichtungskommission hat mehrere Tage und Nächte verhandelt, hat versucht, das eigentlich Unmögliche machbar zu machen. Deshalb auch das 19-zu-eins-Ergebnis. Uns war klar, dass es für Verdi nicht leicht würde, weil es an der Basis sehr hohe Erwartungen an einen Tarifabschluss gab.

Zu hohe Erwartungen?

Ja. Besonders bei den Sozialarbeitern. Die Arbeitgeber wollten in dem Bereich gar nichts draufsatteln, weil sie sagten, vor fünf Jahren habe es eine 30-prozentige Erhöhung für Sozialarbeiter gegeben. Dennoch gab es Verbesserungen auch für diesen Personenkreis. Die Sozialarbeiter machen aber das nicht das Gros aus. Selbst in Hannover, wo Erzieherinnen besser bezahlt werden als in den meisten anderen Städten, war die Ablehnung groß.

Warum?

Das ist eine demokratische Entscheidung. Aber für alle Beschäftigten im Kita-Bereich gab es monatliche Verbesserungen, die zwischen 30 und 300 Euro brutto lagen. Auch die Leiterinnen der Kindertagesstätten hätten profitiert.

Wie wird es jetzt wohl weitergehen?

Ich hoffe und wünsche, dass die Tarifparteien möglichst schnell zu einem Ergebnis kommen. Das ist im Interesse der Kinder und der Eltern, aber auch der Städte und der Beschäftigten.

Befürchten Sie einen erneuten Streik?

Das müssen die Gewerkschaften entscheiden. Ich setze allerdings auf Einigung.


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Was halten Sie von einem Rauchverbot im Auto?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok