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ARMUT

Hannover: Wenn die Schule zu teuer wird

Die gute Nachricht zuerst: Vielen Kindern in Deutschland geht es gut. Die schlechte: Die Zahl der Minderjährigen, die von Armut bedroht sind oder bereits als arm gelten, steigt kontinuierlich. Auch in Niedersachsen, auch in Hannover. Bereits jedes fünfte Kind im Land ist armutsgefährdet und damit weit von einer möglichen Chancengleichheit entfernt. Den gesamten Artikel lesen Sie heute auch in der Printausgabe der Neuen Presse.

Hannover. Mit der Einschulung wird die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich besonders deutlich. Die Diakonie Niedersachsen schlägt Alarm: Schulkinder aus Familien mit wenig Geld bekommen nach Überzeugung der Wohltätigkeitsorganisation zu wenig staatliche Hilfe. Jetzt soll eine Online-Petition diesen Missstand beheben.

Die Sätze aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) für Kinder von Hartz-IV-Beziehern in Höhe von jährlich 100 Euro seien im Durchschnitt 53 Euro zu niedrig. Mit dem Petitionsaufruf an den Bundestag will die Diakonie auf eine Gesetzesänderung drängen. „Diese 53 Euro machen den Unterschied. Denn Bildungschancen entscheiden sich ganz früh. Aktuell sind die bedürftigen Familien massiv unterversorgt, wenn es um die Anschaffung von Schulsachen geht. Das Geld reicht hinten und vorne nicht“, sagt Diakonie-Direktor Christoph Künkel.

Andere Studien kommen auf noch höhere Kosten – und wer selber schulpflichtige Kinder hat, weiß, wie teuer Schule ist. Markenbuntstifte für schlappe 18 Euro sind da nur ein Beispiel. Das belegte auch eine Studie der Hildesheimer Kirchenkreise aus dem Jahr 2012. Demnach kostet eine Einschulung rund 450 Euro, in der zweiten Klassen müssen Eltern noch 222 Euro ausgeben. Richtig teuer wird es ab der fünften Klasse mit 466 Euro und erst recht in Jahrgang sieben: 536 Euro. Alle ermittelten Durchschnittskosten liegen weit über dem aktuellen BuT-Satz von 100 Euro. Eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche aus dem Vorjahr stützt diese Zahlen. Gemeinsam mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt appelliert Künkel daher auch an Lehrer, bei ihren Empfehlungen für die Schulsachen die Kosten im Blick zu behalten. Rundt: „Vielen Lehrern scheint es nicht bewusst zu sein, wie viele Kinder in Armut leben.“

Die Ministerin unterstützt auch den Petitionsaufruf. Dafür müssen binnen 28 Tagen bundesweit 50 000 Unterschriften gesammelt werden. Rundt: „Kinder müssen einfach mehr Geld zur Verfügung haben.“ Daher setze sich das Land dafür ein, die Sätze für Kinder bei den Sozialleistungen generell zu erhöhen. „Optimal wäre eine Kinder-Grundsicherung“, so Rundt.

Britta Lüers


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok