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Prügel-Vorwürfe

Hannover: Was stimmt im Bundespolizei-Skandal?

Der mutmaßliche Misshandlungsskandal bei der Bundespolizeiinspektion Hannover am Hauptbahnhof hat eine unerwartete Entwicklung genommen. Gegen die beiden Beamten (32, 34), die die schweren Vorwürfe vornehmlich gegen einen Kollegen (39) erhoben und angebliche Missstände in der Dienststelle öffentlich gemacht haben, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Verdacht gegen den Polizeioberkommissar und den Polizeiobermeister: falsche Verdächtigung. Das bestätigte der Sprecher der Anklagebehörde, Thomas Klinge, auf Anfrage der NP.

Hannover. Die beiden Beamten hatten im Mai bundesweit eine Lawine losgetreten, indem sie in einem mehrseitigen Schreiben auf angebliche Misshandlungen von Flüchtlingen in der Wache aufmerksam machten. Im Mittelpunkt der Vorwürfe stand ihr 39-jähriger Kollege Torsten S. (NP berichtete). Er soll beispielsweise einen Afghanen (19) und einen Marokkaner (19) in der Dienststelle gequält haben. Weitere Verfehlung sei ein sexueller Übergriff von S. gegenüber einem Praktikanten gewesen.

Laut Klinge sind inzwischen eine Reihe von Zeugen vernommen worden, die Ermittlungen gestalteten sich schwierig. Die Verfehlungen und Missstände, die die Anzeigeerstatter öffentlich gemacht und angeprangert hatten, sollen zum Teil nicht auf eigenem Erleben, sondern auf Hörensagen beruhen. „Es gilt zu prüfen, ob etwas falsch vorgetragen wurde“, so Klinge. Die Beamten sollen seit Bekanntwerden des Skandals krankgeschrieben sein. Die Bundespolizeidirektion Hannover wollte sich gestern nicht zu dem Verfahren gegen die beiden Betroffenen äußern. Sprecher Jörg Ristow verwies auf „die laufenden Ermittlungen“.

Nach NP-Informationen soll besonders ein Vorwurf fraglich sein: S. sollte den Marokkaner gezwungen haben, vergammeltes Schweinemett zu essen. Angeblich gibt es Anhaltspunkte dafür, dass es diesen Vorgang nie gegeben habe. Der 39-Jährige, der weiter vom Dienst suspendiert ist, gilt im Kollegenkreis als Aufschneider. Unbestritten scheint dagegen, was in seiner Wohnung gefunden wurde: Kinderpornos und eine Pumpgun.

Von Britta Mahrholz


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