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© Frank Wilde

Weißekreuzplatz

Hannover: Viel Platz für Unzufriedenheit

Die Trinkergruppe am Weißekreuzplatz nervt Anrainer. Sogar ein Teil der Szene selbst bestätigt die Beschwerden. Immer mehr aggressive und laute Leute würden sich treffen. Die Stadt will eingreifen. Gehen die Überlegungen weit genug?

Hannover. Aggressive Stimmung, lautes Gepöbel und Gestank - die Trinkergruppe am Weißekreuzplatz macht Ärger. Anrainer und sogar einige Trinker sind genervt. Die Stadt will eingreifen. Neue Regeln, Platzverweise, Sozialarbeiter und der Bau eines Spielplatzes werden angedacht (NP berichtete).

„Es sind in letzter Zeit viel mehr Leute geworden“, sagt der Obdachlose Frank. Er gehört selbst zu der Trinkergruppe und bestätigt die Beschwerden der Geschäftsleute: „Wir gehen da nicht mehr gerne hin - die beklauen sich gegenseitig und sind total aggressiv drauf.“

Erkan Degirmenci hat seinen Kiosk direkt hinter dem Stammplatz der Gruppe. Er wird ständig Zeuge von lautstarken Streitigkeiten und kleinen Schlägereien. Auch Degirmenci sagt, dass sich immer mehr Leute dort treffen und diese immer jünger und lauter würden.

Der obdachlose Frank hat sich mit drei Freunden einen recht dauerhaften Schlafplatz in der Nähe des Platzes gesucht. Sie klagen, dass vor allem immer mehr Menschen aus Osteuropa zu der Gruppe kämen, die für schlechte Stimmung und Aggressionen sorgen würden. „Wir sind ordentlich, wir schlafen hier, wir räumen unseren Mist selber auf und gehen morgens weg, bevor der Betrieb losgeht“, sagt Petra. Die 20-Jährige lebt nicht freiwillig auf der Straße. Eine Wohnung zu bekommen scheint aber, so sagen sie, aussichtslos zu sein. Immer würde es Probleme geben. „Hartz IV bekomme ich, aber eine Wohnung oder einen Schlafplatz nicht“, erzählt Willi. Also schließe man sich zusammen und passe auf der Straße aufeinander auf.

Nach den Vorschlägen der Stadt sollen sich bald Sozialarbeiter um die Gruppe kümmern. „Das wäre schön“, sagt Daniela Schwenger vom Spielzeuggeschäft Fridolin`s. Ob das ausreicht, um die Problematik zu beheben, bezweifelt sie allerdings. Ein gemeinsames Nutzen der Fläche mit der Randgruppe und Familien kann sie sich nicht vorstellen. Zu viel, was dort passiere, sei Kindern nicht zuzumuten. Schwenger wünscht sich einen Spielplatz und das damit einhergehende Alkoholverbot.

Etwas gelassener sieht es Michael Frenzel von 25 Musik. „Es sind schon mehr geworden, und Sozialarbeiter wären sicher gut.“ Ob aber gleich der Platz umgebaut werden müsse und ein Spielplatz errichtet, bezweifelt er - davon gebe es in der Umgebung doch genug.

Ekkehard Reimann vom Restaurant Clichy glaubt, dass mit Sozialarbeitern nicht genug getan sei. „Es muss eine Betreuung für diese Menschen her, wir haben so hohe Sozialabgaben - die müssen doch auch dafür reichen“, sagt der Gastronom. So ginge es jedenfalls nicht weiter.

Auch für das Quartett Frank, Petra, Willi und Leo muss sich etwas verändern. Sie wollen keinen Stress. In Luft auflösen können sie sich aber auch nicht.


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