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Meine Stadt Hannover: Verurteilter fordert höhere Strafe
Hannover Meine Stadt Hannover: Verurteilter fordert höhere Strafe
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00:18 26.10.2015
Amtsgericht: Junger Angeklagter will mehr zahlen, weil sich die Summe besser rechnen lasse.
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Hannover

Dazu Amtsrichter Kolja Freudenberg: „Das hatte ich auch noch nie, dass ein Angeklagter freiwillig einen höheren Tagessatz vorschlägt.“ Auf Anregung von Staatsanwalt und Richter ließ Cetin L. seine Rechenspiele bleiben. Der Angeklagte muss 900 Euro zahlen. Eine hohe Summe für jemanden, der als Spielhallenaufsicht rund 500 Euro im Monat verdient.

Der junge Mann, der ohne Anwalt vor Gericht erschienen war, ist eine echte Frohnatur. Auf die Frage des Richters, wie viele Kinder er habe, meinte er: „Zwei, und eins ist gerade unterwegs.“
Da seine blondierte Freundin im Gerichtssaal saß und gar nicht schwanger aussah, schickte Cetin L. hinterher: „War ein One-Night-Stand, wie man das halt so macht.“

Aber der junge Mann kann auch anders. Am 24. Februar 2015 schleuderte er in Steinhude einer Frau das Kabel einer Playstation ins Gesicht. Die Frau bekam Nasenbluten von der uncharmanten Attacke: „Ich hatte damals starke Aggressionsprobleme.“ Er bemühe sich jetzt aber im Männerbüro um ein Antiaggressionstraining.

Der zweiten Anklage lag zu Grunde, dass Cetin L. seiner Ex trotz eines Annäherungsverbotes vier SMS geschickt hatte. Alle Anklagepunkte räumte er ein. Der 22-Jährige hat bereits zehn Eintragungen im Vorstrafenregister. Zuletzt hatte der junge Mann eine Jugendstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung abgesessen.

Richter Freudenberg ermahnte den Angeklagten: „Das ist jetzt eine Bestrafung nach Erwachsenenstrafrecht.“ Bislang war er lediglich nach Jugendstrafrecht verurteilt worden, das maximal bis zum vollendeten 21. Lebensjahr gilt. Das hätte Cetin L. sich also auch ausrechnen sollen ... Thomas Nagel

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