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Meine Stadt Hannover: Verkehrsexperte fordert mehr Bäume
Hannover Meine Stadt Hannover: Verkehrsexperte fordert mehr Bäume
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09:01 24.02.2017
FÜR BESSERE LUFT: Experten glauben, dass Hannover noch mehr Bäume braucht – trotz der grünen Lunge Eilenriede.
Hannover

Wie kann die Luftverschmutzung in Hannover wirksam bekämpft werden? Liegt die Lösung allein in Fahrverboten, oder sollte vielleicht viel grüner gedacht werden? Ein Blick nach Stuttgart, der Stadt mit der dreckigsten Luft Deutschlands. Da die Technik dort offenbar an ihre Grenzen gekommen ist, setzen die Fachleute in Baden-Württemberg nun auf die Kraft die Natur. Genauer gesagt: Sie setzen auf Moos.

Vermutlich sind Moose, die die Erde seit 450 Millionen Jahren bedecken, die meistunterschätzten Pflanzen. Denn sie haben eine geniale Eigenschaft: Weil ihre Oberfläche im Verhältnis zum Volumen riesig ist und sie Staub gut binden können, können Moose Feinstaub einfangen und zu Biomasse verarbeiten. Moos wirke dabei wie ein Mikrofaser-Staubtuch, sagen Bryologen (Moosforscher).

Vor wenigen Tagen wurde in Stuttgart mit dem Aufbau einer Mooswand begonnen. 100 Meter lang, drei Meter hoch. Bepflanzt mit Grauem Zackenmützenmoos. Zusätzlich werden auf rund 100 Meter Länge auf dem Boden zwei Meter breite Moosmatten installiert. Jede Stunde wird das Moos eine Minute lang mit Sprühnebel bewässert. Ein feines Netz spendet Schatten. Der Aufwand ist gewaltig. Ein Jahr soll das Experiment dauern. Der Test reiht sich ein in eine Liste vergeblicher Versuche, das Problem zu lösen.

Dass auch Hannover einen Teil der Lösung für die Luftverschmutzung in der Natur finden kann, glaubt auch Heiner Monheim. Der Verkehrsexperte ist Gründungsmitglied des Verkehrsclubs Deutschland. Bei einem Besuch vor wenigen Wochen kritisierte Monheim an der Messstation an der Göttinger Straße Folgendes: „Ich sehe hier einen einzigen Baum. Das kann doch nicht sein. Die Anwohner hier leben im Schnitt sieben Jahre weniger als Leute an saubereren Orten.“ Monheims Forderung: In der Stadt müssten die Straßen schmaler gebaut werden. Zu viel Platz werde verschwendet. Stattdessen sollten Bäume gepflanzt werden, „40.000 mindestens!“

Einen zarten ersten Schritt in diese Richtung wagen die Stadtwerke. Sie planen zwei vier Meter hohe Pflanzkästen mit Sitzbank, genannt City-Trees. Eine Art Frischluft-Filter. Ein City-Tree soll ebenso viel Feinstaub filtern wie 275 Bäume. Doch das Projekt hat heftigen Gegenwind aus der Politik.

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