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Prozess

Hannover: Vereinskonto geplündert

Er war Vorsitzender eines Grundschulfördervereins. In dieser Funktion veruntreute André G. (39) 10 750 Euro. Er erklärte die vier Straftaten mit seiner Spielsucht. Er wolle den Schaden wiedergutmachen, sagte er im Amtsgericht. Der Angeklagte hat 16 Vorstrafen.

hannover.  André G. (39) half häufig im Grundschulförderverein mit. Er baute Stände auf, schenkte Kaffee aus. Im September 2016 war er plötzlich Vorsitzender des Vereins. Das war keine gute Idee. Im März 2017 hob er innerhalb von zehn Tagen 10 600 Euro vom Konto ab. Er verdaddelte das Geld in Spielhallen. Erst als der Kassenwart des Vereins das Konto sperrte, war es vorbei mit der Untreue.

Am Donnerstag wurde G. Zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. „Es ist besonders verwerflich, dass Sie das Vertrauen der Vereinsmitglieder missbraucht haben“, sagte Amtsrichter Björn von Bargen. Ohne ein Geständnis wäre es sehr unangenehm geworden.

André G. Ist Kommunikationselektroniker. Derzeit verdient er sein Geld als Helfer im Gartenlandschaftsbau. Den Job hat er seit 1. Juni, sagt er. Eine Arbeitsbescheinigung muss er nicht vorlegen. André G. hat 16 Vorstrafen. Auf sein Konto gehen Betrug, Diebstahl, Unterschlagung und jetzt auch Untreue. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Angeklagte war ohne Anwalt erschienen. „Das Geld will ich lieber dafür aufwänden, um es dem Verein zu geben“, sagte er. Im März sei er in einer Krise gewesen. Seine Freundin habe sich getrennt. Als er plötzlich das viele Geld gesehen habe, sei es mit ihm durchgegangen. „Ich hatte damals ein Spielproblem.“ Also hob er zunächst 2600 Euro vom Konto des Fördervereins ab. Als das Geld verzockt war, ging er wieder zur Bank. „Ich dachte, dass ich den Verlust wieder reinholen könnte.“ So ging es noch drei Mal. Am Ende fehlten dem Verein 10750 Euro. Auf dem Konto waren noch etwa 16 000 Euro.

Unter der Spielsucht leide er seit etwa 17 Jahren. Damals begannen auch seine Straftaten. Allerdings sagt André G. Auch, dass er seit März keine Spielhalle mehr betreten habe. Eine richtige Therapie habe er auch nicht gemacht. Anscheinend kann er seinen Drang zu Glücksspielen regulieren.

Der Richter steckte den Mann auch deshalb nicht ins Gefängnis, damit er dem Verein den Schaden erstatten kann. Im Urteil heißt es, dass sein Vermögen zur Wiedergutmachung des Schadens eingezogen werden soll. Von seinem kargen Lohn (1100 Euro netto im Monat) will er in Raten Zahlungen an den Verein leisten. Derzeit reicht sein Verdienst nicht mal, um Unterhalt für seine Tochter zu zahlen.

Von Thomas Nagel


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