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Meine Stadt Hannover: Ver.di fordert verbessertes Kita-Gesetz
Hannover Meine Stadt Hannover: Ver.di fordert verbessertes Kita-Gesetz
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00:16 18.09.2017
Voll belegt: In niedersächsischen Kitas spitzt sich aus Sicht von Verdi der Fachkräftemangel zu.  Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Der Personalnotstand in Niedersachsens Kindertagesstätten spitzt sich aus Sicht der Gewerkschaft Verdi zu. „Wir sind so schlecht besetzt, dass es schwierig ist, die Auszubildenden noch fachgerecht zu betreuen“, berichtet Ute Heidutzek, Erzieherin in Ronnenberg. Und: „Freiwillige Praktikanten müssen wir ablehnen, weil wir keine Zeit für sie haben.“ Martina Poppinga, Erzieherin bei der Stadt Hannover und in der Personalratsarbeit tätig, weist auf ein weiteres Problem hin: „Wenn neue Kitas aufgemacht werden, werden da Erzieherinnen aus anderen Kitas hingeschickt. Und dort fehlen dann wieder Mitarbeiterinnen.“ So sei es schwierig, jedem Kind individuell gerecht zu werden.

Martin Peter, Fachbereichsleiter des Verdi-Landesbezirks, ergänzt: „Eigentlich sollen auf 25 Kinder zwei Erzieherinnen kommen. Aber manchmal ist es dann nur noch eine Erzieherin.“ Im schlimmsten Fall gebe es nur noch Notgruppen. Eltern würden dann gebeten, ihr Kind zu Hause zu lassen oder bei Verwandten zu betreuen.

Eine große Hürde sei die Ausbildung, für die Interessenten ohne Bezahlung vier Jahre an Fachschulen lernen müssten. „Das muss auch erstmal finanziert werden“ sagt Peter, „viele Menschen würden gern als Erzieher arbeiten, können sich aber eine jahrelange Ausbildung ohne Bezahlung nicht leisten.“ Überdies gebe es „zu wenig Schulplätze. Der Ausbau der Kita-Plätze ging zu schnell, es wurde nicht an die Ausbildung zu Fachkräften gedacht“. Die Anzahl an Kindertagesstätten ist in Niedersachsen von 4843 (2013) auf 5183 (2016) gestiegen. Die Zahl der Schulplätze lagen 2013/14 bei 5116, sie sind bis 2015/2016 auf 5445 gestiegen. Im laufenden Schuljahr waren es 23 Plätze weniger (5424).

Wegen der steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen und weil viele Beschäftigte in Rente gingen, werde der Mangel an Fachkräften in den kommenden Jahren dramatisch steigen. In Niedersachsen seien 16,2 Prozent der Erzieherinnen 55 Jahre und älter. 2012 waren es noch 11,9 Prozent.

 Verdi fordert eine Anpassung des Kita-Gesetzes. Es müsse mehr Zeit für Vorbereitung und Leitungsaufgaben geben. Die Sozialpädagogen fordern außerdem eine Aufwertung des Berufs und vor allem eine deutliche Steigerung an Schulplätzen, die unentgeltlich sind. „Wir können uns zum Beispiel berufsbegleitende Maßnahmen vorstellen“, so Peter. Weitere Probleme seien die hohe Fluktuation und die weiterhin geringe Attraktivität für Männer, sagt Peter. Dies liege auch an der „nicht ausreichenden Bezahlung“.

Von Cecelia Fischer

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