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Wer schenkt Vanessa neues Leben?

Leukämie

Hannover: Typisierungsaktion für Vanessa

Dieses Schicksal kann jeden treffen: Bei Vanessa (26) wurde Leukämie diagnostiziert - von heute auf morgen geriet ihre Welt komplett aus den Fugen. Die Medizinstudentin hat jedoch eine gute Chance, die Krankheit zu überstehen und ins Leben zurückzukehren: Dazu müsste sich ein für sie passender Stammzellenspender finden. Sonnabend um 11 Uhr beginnt deshalb in der MHH eine große Typisierungsaktion.

Hannover. Vor acht Wochen war Vanessas Welt noch normal. Morgens aufstehen, zur Arbeit auf die Intensivstation der MHH oder zu ihren Medizin-Vorlesungen in den Hörsaal gehen, mit ihrem Mann Marco vom nächsten Urlaub träumen, Freunde treffen, Rechnungen bezahlen, shoppen und einfach Spaß haben. Ein normales Leben einer normalen 26-Jährigen. Träume, Hoffnungen und ihr Leben lagen vor ihr. Nur zwischendurch waren da diese „komischen Symptome“, erinnert sich Vanessa. Mitte Juli hatten die begonnen. Gesichtsfeldeinschränkungen gefolgt von rasenden Kopfschmerzen: „Ich habe das auf den Stress geschoben, dachte an Migräne. Aber Krebs? Niemals!“

Dann kam der 12. August. Ein Freitag. „Wir sollten Besuch von Freunden über das Wochenende bekommen, aber plötzlich hatte ich wieder die Symptome. Schlimmer als zuvor. Mein Mann hat Panik bekommen und mich sofort in die MHH gebracht“, erzählt Vanessa. Viele Stunden und Untersuchungen später die Diagnose: Leukämie. „Da ist alles in mir zerbrochen. Ich habe den Boden unter meinen Füßen verloren, hatte überhaupt keine Hoffnung, dachte: ‚Das wars jetzt.‘“ Auch bei Freunden, Familie und Kollegen saß der Schock tief - bis heute. „Keiner konnte glauben, dass es mich getroffen hat.“ Doch Vanessas Stärke zeigt sich im Moment der größten Schwäche, wenn sie sagt: „Es ist bei mir genauso furchtbar wie bei jedem anderen auch, der diese grausame Diagnose bekommt. Jetzt hat es einfach mich getroffen.“

Seit der Diagnose ist nichts mehr normal in ihrer Welt: „Was würde ich dafür geben, wenn ich mein altes Leben wieder zurückhätte.“ Sechs Tage später begann die Chemotherapie, „ich hatte große Angst davor“. Die Nebenwirkungen machen aus guten Tagen schlechte und aus schlechten Tage noch schlechtere. Ihre langen blonden Haare fielen schnell in dicken Büscheln aus. „Irgendwann rasierte mir eine Krankenschwester den Schädel ganz kahl“, erzählt die Medizinstudentin. Tapfer klingt Vanessa, während sie die vergangenen acht Wochen im Schnelldurchlauf Revue passieren lässt.

Doch die Chemotherapie allein wird ihr Leben nicht retten können. Vanessa braucht dringend einen passenden Stammzellspender: „Ohne eine Spende sterbe ich. Aber ich habe große Hoffnung, dass ich überlebe.“ Die Chancen stehen gut, das sagen auch Vanessas Ärzte. Viele Leukämiekranke bekommen eine passende Stammzellspende, 40 bis 80 Prozent der Behandlungen sind erfolgreich, abhängig vom Alter und Gesundheitszustand der Patienten. Die ungewisse Frage ist nur: Wann? Vanessa hält sich an diesen Zahlen fest. Ihre Hoffnungslosigkeit der ersten Tage ist verschwunden: „Ja, ich hatte bislang ein richtig gutes Leben. Aber 26 Jahre sind einfach zu früh zum Sterben.“

Hoffnung geben ihr vor allem Familie und Freunde: „Es vergeht kaum eine Stunde, in der ich keinen Besuch an meinem Krankenbett habe. Und wenn ich dann noch sehe, was die alles für mich auf die Beine stellen: Das berührt mich sehr und ist eine große Motivation.“ Auch 96-Kapitän Manuel Schmiedebach, ein Freund von Vanessa, geht das Schicksal der 26-Jährigen ans Herz. Mit großem Einsatz unterstützt er die große Typisierungsaktion, die heute für Vanessa in der MHH stattfindet. „Ich hoffe einfach, dass heute ganz viele in die MHH gehen werden, um sich typisieren zu lassen“, so der Fußball-Star. Auch Vanessa hat diegroße Hoffnung, die über ihr Leben entscheiden wird: „Ich habe nur dieses eine Leben, und das möchte ich noch etwas länger behalten.“

Typisierungsaktion

Die große Typisierungsaktion für Vanessa beginnt Sonnabend um 11 Uhr in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Bis 16 Uhr können sich gesunde Menschen in den Hörsälen G und H registrieren lassen. Per Bluttest wird überprüft, ob sie als mögliche Stammzellspender infrage kommen.

Die Suche nach einem geeigneten Spender ist wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Insgesamt müssen neun von zehn Gewebemerkmalen bei Spender und Empfänger übereinstimmen. Wer bereits als Spender in einer Stammzellspenderdatei registriert ist, für den ist eine erneute Typisierung nicht erforderlich.


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