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Meine Stadt Hannover: Trickbetrüger bestiehlt trauernde Witwe
Hannover Meine Stadt Hannover: Trickbetrüger bestiehlt trauernde Witwe
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13:42 11.03.2018
ZORNIG: Tobias Tiedtke will andere Trick-Opfer warnen. Quelle: Foto: Thomas

Eine ganz miese Masche: Ein Trickbetrüger hat die Trauer einer Seniorin um ihren verstorbenen Ehemann ausgenutzt, um ihr Schmuck und Bargeld zu klauen. Das Opfer ist Margitt Tiedtke, Mutter des bekannten Sportveranstalters Tobias Tiedtke, der unter anderem die Beach-Volleyball-Turniere organisiert.

Der Event-Manager ist fassungslos. „Das Schlimmste sind die gestohlenen Erinnerungsstücke“, sagt er. „Da liegt man am Boden.“ Erst der unerwartete Verlust des Vaters und Ehemanns, und nun das. Tiedtke glaubt, der habe Täter bewusst die Trauer seiner Mutter ausgenutzt. Von dem Todesfall habe er aus einer Zeitungsanzeige erfahren können. Auch die Kripobeamten, die den Diebstahl aufnahmen, hätten das für möglich gehalten.

Am Donnerstagnachmittag hatte Margitt Tiedtke den Täter in die Wohnung gelassen. Er habe sich als Wasserwerker ausgegeben, der mögliche Schäden durch einem Rohrbruch in der Nachbarschaft habe überprüfen wollen, berichtet ihr Sohn. Dann habe er sich genau in der Wohnung umgesehen, immer darauf bedacht, seinem Opfer nie das ganze Gesicht zuzuwenden, damit er nicht so leicht wiederzuerkennen wäre. „Der war hochprofessionell, wusste, wie er sich bewegen musste. “

Dann habe sich der Mann im Badezimmer zu schaffen gemacht, die Seniorin gebeten, in die Küche zu gehen und das Wasser aufzudrehen. In der Zeit habe er Bargeld aus dem Portemonnaie seiner Mutter genommen und vor allem die Schmuckschatulle im Bad geplündert, so Tiedtke.

Seine Mutter habe zunächst nur das Fehlen des Geldes bemerkt und vermutet, dass es zuvor auf dem Markt abhanden gekommen sei. Zunächst war ihr das offenbar peinlich. „Sie wollte erst gar nichts sagen. Ich habe dann aber das Fehlen des Schmucks bemerkt.“ Das sich Opfer eines solchen Trickbetrugs schämen, hält Tiedtke für ganz normal. Das würde vielen so gehen und vielleicht dazu führen, das viele derartige Fälle gar nicht zur Anzeige kämen.

Die Polizei kann einen Zusammenhang derartiger Diebstähle mit Traueranzeigen nicht bestätigen. „Es gab so etwa in Verbindung mit Einbrüchen während Trauerfeiern“, so Sprecher Andre Puiu. Diesen Fall aber hält er für eine gewöhnlichen Wasserwerkerbetrug.

Tobias Tiedtke will dennoch Hinterbliebene dafür sensibilisieren, gerade in der Trauerphase besonders wachsam zu sein und niemanden leichtfertig in die Wohnung zu lassen. „Ich überlege, eine Kampagne zu starten, vielleicht auch Info-Flyer mit dem Motto ’Stopp – Mach nicht auf’ bei Bestattern auszulegen.“ Gerade in der Trauerphase seien vor allem ältere Menschen anfällig dafür, Betrügern auf dem Leim zu gehen.

Von Andreas Krasselt

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