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Christian Pfeiffer

Christian Pfeiffer

Krimonologie

Hannover: Tötungsdelikt in der Südstadt ein Racheakt?

Christian Pfeiffer ist Kriminologe. Mit der NP spricht er über Motive von Menschen, die andere Menschen tödlich verletzen – meist ist tatsächlich eine Mordswut die Ursache. Ausnahmen bestätigen die Regel.

HANNOVER. Christian Pfeiffer ist Kriminologe und hat sich jahrzehntelang mit Straftaten und Verbrechern beschäftigt. Er glaubt: Das Motiv war eine Mordswut auf das Opfer.

Was treibt Menschen dazu, andere Menschen zu töten?

In Fällen wie dem aktuellen meist die sprichwörtliche und dann real werdende Mordswut. Die Polizei wird immer zuerst prüfen, ob jemand so dem Opfer gegenüber empfunden hat – meist findet sich diese Person im engeren sozialen Umfeld.

Wer sind dann meist die Täter?

Wütende, verletzte, gekränkte Männer. Natürlich können auch Frauen gegen andere Frauen eine Mordswut empfinden, zum Beispiel gegen eine Nebenbuhlerei. In seltenen Fällen ist der Täter psychisch gestört und hat willkürlich jemanden angegriffen, vielleicht aufgrund von Wahnvorstellungen. Diese Fälle sind rätselhaft und die Täter – so sie keine Spuren hinterlassen haben – schwer zu finden. Extrem selten ist der Fall des Sexualmörders, in dem Fall in der Südstadt spricht aber nichts dafür.

Vor sechs Jahren gab es einen augenscheinlich vergleichbaren Fall, als Annika B. getötet worden ist. Wie häufig sind Wiederholungstäter?

Die gibt es dann doch häufiger in Romanen als in der Realität. In Fällen wie diesem glaube ich auch nicht, dass die Frau im Zentrum eines größeren Verbrechens stand.

Sie meinen?

Drogensüchtige und -händler, Mitglieder von Rockerbanden und Prostituierte haben einen anderen Hintergrund, da gibt es viel mehr mögliche Verbindungen und Täter als bei einem Durchschnittsbürger.

Spricht der Einsatz eines Messers bei solchen Taten für einen Kurzschluss?

Anders als in den USA hat der Normalbürger hier keine Schusswaffe, also muss man das Messer nehmen. Das zeigt aber auch, wie stark die Mordswut ist - der Täter tritt dem Opfer Angesicht zu Angesicht gegenüber. Gerade an einer Straße können Anwohner die Schreie hören, aus dem fenster gucken und den Täter sehen. Gutachter vor Gericht sprechen von einer röhrenförmigen Verengung des Blickfelds - man will nichts mehr außer diesen einen Menschen töten.

Dass ein Räuber zum Mörder wird, ist eher unwahrscheinlich?

Ja. Denn der will das schnelle Geld – und keine Mordermittlungen. Möglich ist natürlich, dass der Räuber auf einem massiven Entzug ist und nicht mehr rational reagieren kann, dann ist er durchgeknallt und hochgefährlich. Auch das passiert. Er ist dann dicht am psychisch Kranken. Trotzdem ist die Wahrscheinlich entschieden höher, dass es - wie gesagt - jemand aus dem persönlichen Umfeld ist.

Von Sebastian Scherer

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