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Witwe klagt an

Hannover: Todessturz an Conti-Campus vor Gericht

50 Meter tief stürzte ein Mann aus dem 14. Stock des Conti-Hochhauses (Königswor-
ther Platz). Die Polizei kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Tod des 68-Jährigen um einen tragischen Unfall handelte. Zur Rechenschaft wurde niemand gezogen.

Hannover. Das möchte die Frau des Opfers nun ändern. „Ich brauche Gewissheit“, sagt sie zur NP. Gestern wurde im Landgericht ihre Klage gegen die Leibniz-Universität verhandelt. Die Witwe fordert rund 30 000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Ihr Anwalt, Hans-Georg Tillmann, erklärt: „Die Brüstung des Balkons war laut Bauordnung zu nie-drig.“ Sie hätte mindestens 1,10 Meter hoch sein müssen, war aber nur 1,01 Meter hoch. Im 14. Stock hätte die Geländerhöhe sogar 1,30 Meter betragen müssen. Außerdem ließen sich die Fenster öffnen und es fehlte ein Warnschild.

Rückblende: Am 27. November 2014 ging das Opfer in den 14. Stock des Conti-Hochhauses. Der Mann war Gasthörer
für eine Kunstvorlesung, wollte aber auch den Panorama-Blick aus dem Gebäude für Fotos nutzen. Die Auswertung der Chip-Karte ergab, dass er zwei Fotos im Gebäude machte und zwei Fotos außerhalb des Gebäudes. Er öffnete also das Bodenfenster und trat auf den schmalen Balkon (Abstand zwischen Fenster und Geländer 40 Zentimeter). Und dann ereignete sich der tragische Unfall.

Die Polizei vermutete, dass der 68-Jährige eine Aluminium-Latte vor den Fenstern entfernt hat, die den Austritt eigentlich verriegelt. „Dafür gibt es keinerlei Beweise“, sagt Anwalt Tillmann. Die Witwe kennt sogar eine Gasthörerin, die häufiger beobachtete, dass die Fenster zum Lüften geöffnet gewesen seien.

Die Richterin allerdings äußerte Bedenken: „Die Bauvorschrift gilt nur für Balkone, ich habe Zweifel, ob es sich am Conti-Haus um Balkone handelt.“ Außerdem habe die Uni mit der Aluminium-Latte deutlich gezeigt, dass die Fenster geschlossen bleiben sollen. Anwalt Tillmann konterte: „Die Bauverordnung spricht nicht von einem Balkon, sondern nur von einer begehbaren Fläche.“

Der Prozess dauert an. Sollte die Klage abgelehnt werden, ist es wahrscheinlich, dass sich das Oberlandesgericht damit beschäftigen wird. Die Leibniz-Uni hat mittlerweile an allen Fenstern im Conti-Hochhaus die Griffe abmontiert.


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