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Meine Stadt Hannover: Systematische Suche nach Bomben
Hannover Meine Stadt Hannover: Systematische Suche nach Bomben
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00:16 18.03.2017
LETZTER FUND: In Seelhorst wurde auf einem Privatgelände Ende Februar eine Bombe entschärft.  Quelle: Foto:Christian Elsner
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 Die Berufsfeuerwehr sucht künftig wieder systematisch nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, wartet also nicht mehr auf einen konkreten Anlass – wie etwa bei einem Bauvorhaben. „Das schafft für die Bevölkerung mehr Sicherheit“, sagte Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange nach der einstimmigen Entscheidung durch die Mitglieder des Organisations- und Personalausschusses der Stadt. Allerdings könnte diese Entscheidung für einzelne Bürger richtig teuer werden: Entsprechendes Vermögen vorausgesetzt, bittet die Stadt unter Umständen Grundbesitzer zur Kasse.

Die systematische Suche nach Blindgängern war 2012 vom damaligen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) aus Kostengründen eingestellt worden. Seither steht es Kommunen frei, flächendeckend nach „Blindgängern“ suchen zu lassen – und diese Suche auch zu bezahlen. Hannover hatte darauf verzichtet

Zweite Neuerung ist, dass wohlhabende Hannoveraner künftig von der Stadt zur Kasse gebeten werden, wenn eine Weltkriegsbombe bei ihnen auf dem Grundstück entschärft werden muss. Wer Vermögen von mehr als 500.000 Euro hat, dem kann die Stadt die Kosten für Not-Unterkünfte und die Verpflegung der Anwohner sowie für die Hilfs- und Einsatzkräfte in Rechnung stellen – laut der Kostensatzung bis zu 62.000 Euro. Kosten der reinen Bergung und Entschärfung einer Weltkriegsbombe trägt hingegen weiterhin das Land Niedersachsen.

Für alle, die weniger als 500.000 Euro besitzen, zahlt auch künftig die Stadt. Hierfür und für die systematische Suche hat die Stadt 6,7 Millionen Euro Rücklage im Haushalt gebildet. Diese Summe soll für etwa zehn Jahre reichen.

Nicht auszuschließen ist, dass die Experten durch das systematische Absuchen des Stadtgebietes nun mehr Verdachtsfälle registrieren als bisher, es also auch zu einer Häufung von Entschärfungen kommt. Die Belastung für die Bevölkerung bei einem tatsächlichen Fund will die Stadt aber so gering wie möglich halten: Jährlich sind bis zu vier Entschärfungen geplant. Nicht eingerechnet sind da allerdings die spontanen Funde von Blindgängern bei Bauprojekten.

Von Andreas Voigt

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