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Meine Stadt Hannover: Sudanese begeistert Konditormeister
Hannover Meine Stadt Hannover: Sudanese begeistert Konditormeister
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00:22 22.10.2015
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Hannover

Das mit dem Teiggefühl liegt in der Familie: Der Vater des Sudanesen war auch Bäcker, er hat seinem Sohn das Backen von Brötchen und Fladenbrot beigebracht. Der besondere Sinn für Backwaren zeigte sich bereits im Praktikum. Eigentlich wollte Adam gar nicht mehr ausbilden. Bis eines Tages dieser schmale, dunkelhäutige Mann vor der Tür stand und um ein Praktikum bat - Adam traf auf Adam. Schnell stellte sich heraus: Der kann was. Und er will.

Vor rund zehn Jahren ist Adam Ismail Hussein aus dem Bürgerkriegsland Sudan geflohen, vor ungefähr fünf Jahren kam er in Deutschland an und erhielt eine Duldung. Nach Jahren der Untätigkeit hielt es der junge Mann nicht mehr aus, machte sich auf die Suche nach Arbeit und landete bei den Adams. Er blieb, mittlerweile wohnt er in einer Wohnung im selben Haus wie das Ehepaar Adam, das sich auch außerhalb der Backstube um den Azubi kümmert - Alke und Axel Adam helfen bei Behördengängen, Anträgen, beim Deutschlernen.

Die Sprache fällt dem Flüchtling gelegentlich noch etwas schwer, er hat weiterhin regelmäßig Unterricht. Das sei aber kein Problem. „Bei uns zählt vor allem das Handwerk, und da ist er einfach super. Das Deutsch kommt mit der Zeit“, sagt Alke Adam (40). Mit der Kundschaft gibt es keine Verständigungsprobleme: „Die Kunden lieben Adam.“ Und der kann mittlerweile natürlich viel mehr als Brötchen und Fladenbrot, er zaubert Sachertorten, Schwarzwälder Kirsch oder einen fabelhaften Zuckerkuchen.

Dieses Beispiel für gelungene Integration soll Schule machen: Das Land Niedersachsen, sechs Handwerkskammern, die Landkreise und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit haben deshalb ein neues Projekt aus der Taufe gehoben: das „Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ (Ihafa). Das Handwerk hat seit Jahren massive Probleme, Auszubildende zu finden - und viele Flüchtlinge suchen händeringend nach einer Ausbildung. Daraus kann eine „echte Win-win-Situation“ werden, findet Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD).

Mit dem Projekt, das zunächst bis Anfang 2017 läuft, sollen in einem ersten Schwung 555 Flüchtlinge und Asylbewerber in eine Handwerksausbildung vermittelt werden. Ab dem 1. November können sie in den sechs Handwerkskammerbezirken auf eine Ausbildung vorbereitet werden. Dabei werden zunächst die Kompetenzen und Qualifikationen der Flüchtlinge überprüft. Dann wird sortiert - wer könnte für welche Ausbildung in Frage kommen? Auch bei den Bewerbungsanschreiben und -gesprächen will man den jungen Leuten helfen, in den ersten Monaten der Ausbildung werden sie begleitet und bei Problemen unterstützt. Die Kosten für das Projekt betragen rund zwei Millionen Euro, 1,1 Millionen zahlt das Wirtschaftsministerium, den Rest schießen die Kammern und die Bundesagentur zu.

Der große Adam (Meister) und der kleine Adam (Azubi), wie sie in Fuhrberg nur noch heißen, hoffen unterdessen darauf, dass der Sudanese irgendwann eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Erst dann kann der 30-Jährige die Bäckerei tatsächlich übernehmen. „Das wünschen wir uns alle“, sagen die Adams.

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