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Meine Stadt Hannover: Sturmschäden helfen bei der Verjüngungskur im Wald
Hannover Meine Stadt Hannover: Sturmschäden helfen bei der Verjüngungskur im Wald
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00:22 20.04.2018
STURMSCHÄDEN: Forstwissenschaftler Johannes Drechsel nimmt die Auswirkungen des Herbstunwetters unter die Lupe. Quelle: Foto: Brack
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HANNOVER

Die Stürme in Herbst und Winter haben in der Eilenriede heftige Schäden verursacht. Insgesamt wurden rund 2900 Festmeter Holz umgeworfen, berichtete Oberförster Felix Bettin am Montag im Eilenriedebeirat. Das meiste fiel durch die Herbststürme Xavier und Herwart an, Friederike im Frühjahr schlug nur noch mit 300 Festmetern zu Buche.

„Wir waren den kompletten Winter mit aufräumen beschäftigt“, so Bettin. „Für den regulären Holzeinschlag hatten wir gar keine Zeit.“ 2300 Festmeter dürften laut Forstbetriebswerk pro Jahr im Stadtwald geschlagen werden – die Unwetter haben 600 Festmeter mehr in diesem Jahr vernichtet.

Doch über die Jahre gerechnet sei der Schaden nicht so gravierend, betonte Bettin. Denn seit dem Winter 2013/14 wurde kontinuierlich weniger Holz verwertet als eigentlich erlaubt gewesen wäre – insgesamt 1789 weniger als vorgesehen. Die Gesamtbilanz ist also trotz der Sturmschäden noch immer positiv.

Und es gibt sogar einen nicht zu unterschätzenden positiven Nebeneffekt: Die Stürme haben teils große Windwurflöcher erzeugt – und damit Licht in den dunklen Wald gebracht. Das gibt den Förstern die Chance, neue Stieleichen zu pflanzen, die auf Licht angewiesen sind. 2320 kleine Stieleichen seien geliefert worden, so Bettin. „Seit vergangener Woche sind wir fleißig dabei, die Lücken zu füllen.“ So würden die Stürme eine Verjüngungskur für den Wald ermöglichen.

Zum Schutz der jungen Pflanzen werden erstmals auch so genannte Tubex-Röhren verwendet. Diese Wuchshüllen würden die kleinen Bäume durch Tau, der sich an den Wänden bildet, zusätzlich mit Wasser versorgen und vor unerwünschter Begleitvegetation schützen. Auch hier gibt es einen netten Nebeneffekt: „Wir haben ja schon immer nachgepflanzt“, betonte Bettin, „aber das hat man nie bemerkt. In diesen Hüllen aber kann man die jungen Bäume nicht übersehen.“

Wie viel von dem durch die Stürme geschlagenen Holz verwertet werden kann, konnte der Oberförster noch nicht sagen. Für den Herbst kündigte er einen Bericht mit konkreten Zahlen an, betonte jedoch, nicht jeden umgelegten Stamm rausgeholt zu haben. In den Schutzräumen würde ohnehin alles liegen gelassen, aber auch in normalen Eilenriedebereichen seien auch dicke Stämme liegen geblieben, ohne zersägt zu werden. Was von den Naturschützern im Gremium ausdrücklich begrüßt wurde. „Da ist der biologische Wert, aber auch der Landschaftswert für den Spaziergänger viel höher“, so Georg Wilhelm vom BUND.

Von Andreas Krasselt

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