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TON AB:  Künftig nur möglich zwischen 12 und 20 Uhr und nach festen Regeln mit vorgeschriebenen Pausen.

TON AB: Künftig nur möglich zwischen 12 und 20 Uhr und nach festen Regeln mit vorgeschriebenen Pausen.© Villegas

Kommunalpolitik

Hannover: Straßenmusik verstimmt Stadtrat

Schon wieder gibt es Krach zwischen den Ampel-Bündnispartnern. Ausgerechnet die Straßenmusik sorgt diesmal für Misstöne.

Hannover.  Der erste Streit ist gerade beigelegt – da gibt es schon den zweiten. Nachdem sich die Grünen zunächst intern und dann mit den Bündnispartnern SPD und FDP über die Pläne fürs Fössebad geeinigt haben, wollen sie jetzt Änderungen in dem von der Stadt vorgelegten Konzept für mehr Sicherheit und Sauberkeit. Ausgerechnet Bestimmungen für Straßenmusik sorgen für Misstöne.

Wieder mal (wie schon beim Fössebad) gilt Ex-Parteichef Daniel Gardemin als Unruhestifter. Der Kulturexperte der Grünen sieht durch Einschränkungen bei der Straßenmusik sehen die „kulturelle Vielfalt“ in Gefahr. Ihm missfällt, dass mögliche Standorte festgelegt und, das Musizieren auf Zeiten zwischen 12 und 20 Uhr begrenzt wird. Die Darbietung darf nicht länger als 30 Minuten zu Beginn einer vollen Stunde dauern. Alle zwei Stunden müssen Musiker den Ort wechseln.

Quatsch, findet Gardemin. Spielleute, Spielmannszüge, Jazz- Rock- und Popmusik seien ohne Impulse aus der Straßenmusik nicht zu denken. „Sie ist ein wertvoller Beitrag zur Belebung einer attraktiven Innenstadt und ein Imagefaktor. Deshalb sollte eher eine proaktive Förderung der Straßenmusik ins Auge gefasst werden, als durch massive Einschränkungen deren Beitrag zur kulturellen Vielfalt unserer Stadt zu verhindern.“

Nach längerer Diskussion haben die Grünen sich darauf verständigt, alle Einschränkungen abzulehnen. SPD-Fraktionschefin Christine Kastning reagiert auf diesen Beschluss spröde. „Die Bündnispartner werden sich über Änderungswünsche abstimmen“, ist ihr einziger Kommentar.

Viel deutlicher wird FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke: „Was die grünen wollen, ist für uns Liberale nicht verhandelbar.“ Ebenso wie man Menschen vor CO2, saurem Regen oder Giftstoffen in Lebensmitteln schützen müsse, gelte das auch für Straßenmusik.

Engelke erinnert sich gut daran, dass Ratskollege Dieter Küßner (CDU) mal vorgeschlagen hatte, dem Beispiel der Stadt München nachzueifern. Er da als Straßenmusiker auftreten will, muss morgens vorspielen und eine Experten. Sein Vorschlag: „Vielleicht sollten Küßner und Gardemin sich als Gutachter anbieten. Ich wünsche ihnen viel Spaß.“

Grünen-Fraktionschefin Freya Markowis bekommt von den Misstöne nicht viel mit. Sie ist im Mutterschutz. Das längst erwartete Baby zeigt viel Gelassenheit – anders als ihre Ratskollegen.

Von Vera König


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