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Meine Stadt Posttunnel: Stadt kann illegales Abbiegen nicht stoppen
Hannover Meine Stadt Posttunnel: Stadt kann illegales Abbiegen nicht stoppen
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00:19 12.08.2018
Gewohntes Bild: Auch Monate nach der Einführung neuer Verkehrsregeln am Posttunnel biegt noch immer ein Großteil der Autofahrer illegal ab. Das verhindern auch nicht die provisorischen Schilder, die die Stadt aufgestellt hat. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Links abbiegen in den Posttunnel: Verboten. Aus dem Tunnel kommend rechts in die Kurt-Schumacher-Straße: Ebenso. Für einen großen Teil der Autofahrer sind das allenfalls Empfehlungen. Auch Monate nach dem Umbau der D-Linie im Bereich des Hauptbahnhofs geht das Verkehrskonzept der Stadt dort nicht auf.

Die NP hat die Kreuzung an der Ecke Ernst-August-Galerie zur Mittagszeit beobachtet. Selbst fernab der Stoßzeiten dauerte es nur Sekunden bis zu den ersten Verstößen. Bei einer Ampelphase bogen von sieben Fahrzeugen gleich sechs links aus der Kurt-Schumacher-Straße kommend in den Posttunnel ab. Nicht immer ist der Anteil der Falschabbieger so hoch. Viele sind es aber in jedem Fall.

Laut Stadt deutlich weniger Verstöße am Posttunnel

Die Stadt hingegen sieht deutliche Fortschritte. „Aus Sicht der Verwaltung ist die Zahl derer, die verbotenerweise den Posttunnel befahren, im Vergleich zu Ende 2017 deutlich zurückgegangen“, sagt Sprecherin Michaela Steigerwald. Um auf die „neue Verkehrsführung deutlicher hinzuweisen“ habe man „die Beschilderung umfangreich ergänzt“. Die Verkehrsführung sei „frühzeitig und eindeutig erkennbar“, sagt Steigerwald.

Auch verboten: Das Rechtsabbiegen in die Kurt-Schumacher-Straße. Nur Bussen, Taxen und Radfahrern ist das erlaubt. Quelle: Frank Wilde

Jens Pielawa von der Initiative Pro-D-Tunnel sieht das anders. Für Autofahrer, die aus dem Posttunnel kommen, hingen Schilder viel zu hoch und zu sehr am Rand. Und in der Kurt-Schumacher-Straße würden diese zumindest teilweise von einer riesigen Beton-Litfaßsäule verdeckt, die die Stadt genehmigt hat. „Gefühlt biegt immer noch die Hälfte der Fahrzeuge falsch ab“, glaubt Pielawa.

„Die Stadt sollte dafür sorgen, dass Regeln auch verstanden werden“, fordert ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Vor allem, wenn es zu Gefährdungen komme, müsse Abhilfe geschaffen werden.

Polizei hat schon Gelbe Karten an Falschfahrer verteilt

Bei der Polizei ist die schwierige Situation bekannt. Eine statistische Erfassung liege aber „derzeit nicht vor“, sagt Sprecher Philipp Hasse. Beim Falschabbiegen handele es sich um eine Verkehrsordnungswidrigkeit, die mit zehn Euro Bußgeld geahndet werden könne. Verstöße würden vom Streifendienst geahndet. Außerdem habe es am 23. April eine Aktion gegeben, bei der Polizeibeamte Gelbe Karten an Autofahrer verteilten, die sich nicht an die Regeln hielten. Die Polizei werde die Situation „weiter im Blick haben“, versichert Hasse.

Die neue Verkehrsregelung hatte die Stadt im Rahmen des Umbaus der D-Linie eingeführt, weil die Kurt-Schumacher-Straße keine Durchgangsstraße mehr sein soll. Zwar sollen die Parkhäuser in diesem Bereich erreichbar bleiben. Ansonsten sollen die Fahrzeuge aber verstärkt den Cityring nutzen. Weniger Verkehr – das soll zum einen die Attraktivität der Kurt-Schumacher-Straße steigern. Zum anderen soll diese seltener verstopft werden, so dass die Bahnen der Üstra nicht aufgehalten werden.

Dass die Üstra dennoch mehrfach Bahnen der Linie 10 durch den Tunnel schicken musste, weil in der Kurt-Schumacher-Straße nichts mehr ging, liegt auch an den Falschfahrern, die diese immer noch als Verbindungsstraße nutzen. Dennoch sind laut Stadtsprecherin Steigerwald „weitere Maßnahmen derzeit nicht vorgesehen“.

Von Christian Bohnenkamp

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