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Meine Stadt Hannover: Stadt geht gegen wilde Plakate vor
Hannover Meine Stadt Hannover: Stadt geht gegen wilde Plakate vor
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00:15 28.10.2015
Am Raschplatz mussten alle wilden Plakate entfernt werden. Quelle: Dröse
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Hannover

Roncalli gehört nach Angaben der Stadt sogar zu den größten Wildplakatierern - mehr als 400 Plakate habe man abnehmen müssen, so Stadtsprecherin Ulrike Serbent.

Bei Roncalli war man über Anschreiben und Säuberungsaktion alles andere als belustigt: „Wir sind irritiert über das Vorgehen. Wir hatten nie Probleme in Hannover“. sagt Roncalli-Sprecherin Angela Weller. Seit 1982 komme man nach Hannover, in diesem Jahr zum 13.Mal. „Wir haben an Werbung das gemacht, was wir immer gemacht haben“, so die Sprecherin. Irritiert sei man auch darüber, dass die Stadt keine Fristverlängerung bei der Abnahme der Plakate gewährt habe. „Rund um die Premiere hat hier jeder viel zu tun.“

In ihrer Unterlassungsverfügung weist die Stadt darauf hin, dass sie die Wildplakate auch kostenpflichtig entferne und dafür pauschal 100 Euro pro Plakat berechne. Auch als Sachbeschädigung im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit könne man das Wildplakatieren einstufen, und es mit einem Bußgeld belegen, warnt die Stadt.

Neben Roncalli und den „Echte Körper“-Machern wurden auch die Verantwortlichen von Power of Wrestling (POW) angeschrieben, die vorletztes Wochenende auf dem Schützenplatz eine Veranstaltung organisiert hatten. Andrea Raschke von POW: „Das ist ärgerlich. Wir haben eine Firma beauftragt, die für uns 100 Plakate aufgehängt hat.“ Andreas Urbansky von der Firma ALV 2000, der im Namen der Wrestler-Organisatoren die Werbung im Stadtgebiet verteilt hatte, sagte, dass es in Hannover zu wenig Plätze gebe, auf denen das Plakatieren erlaubt sei. An den wenigen Stellen, wie etwa an der Vahrenwalder Straße unterhalb der Bahnstrecke, falle man nicht auf, weil da zu viele Veranstaltungen hingen. „Also mache ich es da, wo‘s auffällt. Mit dem Risiko, dass mein Plakat wieder abgehängt werden muss.“

Martin Polomka, Chef der Agentur Trend ID (RP 5, Palo Palo, Acanto), hat ebenfalls Post bekommen. Und auch Trend ID beauftragt eine Agentur mit dem Plakatieren: „Wir haben nicht die Zeit dafür.“ Schuld an dem Wildplakatieren gibt Polomka auch den Preisen, die Firmen verlangen, die im Auftrag der Stadt Flächen verkaufen: „Die Preise kriegen wir mit den Clubs nicht refinanziert.“

Öffentliche Werbung zu teuer? Diesen Vorwurf will Marc Sausen, Sprecher der Firma Stroer SE, die im Auftrag der Stadt Flächen vermarktet, nicht stehen lassen: „Werbung im Kulturbereich ist die günstigste Kategorie. Ein Plakat in Standardgröße kostet auf Bauzäunen oder im Brückenbereich 23 Cent pro Tag. Auf Litfaßsäulen 79 Cent pro Tag.“ Ein Zyklus dauere zehn Tage, dann würden die Plakate gewechselt.

Gewirkt hat das rigorose Vorgegen der Stadt bereits: Öffentliche Plätze wie der Raschplatz sind plakatfrei, und der Trend ID-Chef sagt: „Wir beauftragen keine Agenturen mehr und gehen mit unseren Veranstaltungstipps jetzt ins Internet.“

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