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DER SCHWARZE NEUBAU STEHT: Dafür wird der Altbau im Hintergrund umfassend saniert. Der Brandschutz ist nicht auf der Höhe der Zeit.

DER SCHWARZE NEUBAU STEHT: Dafür wird der Altbau im Hintergrund umfassend saniert. Der Brandschutz ist nicht auf der Höhe der Zeit.
 © Foto: Behrens

Kultur

Hannover: Sprengel Museum wird zur Baustelle

Es hakt am Brandschutz: Der Altbau des Sprengel Museum in Hannover muss saniert werden. Die Kosten werden auf mindestens vier Millionen Euro geschätzt. Immer Sommer 2018 beginnen die Arbeiten. Der Muserumsbetrieb wird stark eingeschränkt.

hannover.  Weniger Kunst ab Sommer 2018 und mehr Ärger: Das Sprengel Museum genügt in seinem Altbau nicht mehr dem gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutz und muss umfassend nachgerüstet werden. Kosten: vier Millionen Euro, wie die Stadt „grob schätzt“. Der Umbau soll sich, so hat die Stadt am Donnerstag bestätigt, über „mehrere Jahre“ hinziehen.

Und das greift entscheidend in das Museumsleben ein. Wo bleibt man mit den ganzen Bildern, wenn am Gebäude gearbeitet wird? Die Umrüstung muss den ganzen Altbau umfassen – einschließlich Ausstellungsräumen, Untergeschoss und De­poträumen. Was dann dazu führen würde, dass millionenteure Kunst aus den Depots bei den Bauarbeiten im oberen Geschoss gelagert werden muss.

So soll dann vorgegangen werden: „In Abhängigkeit vom zu planenden Bauablauf werden voraussichtlich nacheinander Einzelbereiche des Museums für Besucher ge­schlossen.“ Eine Komplettschließung des Altbaus oder gar des gesamten Museums habe die Stadt bisher „nicht geplant“. Aber auch nicht de­finitiv ausgeschlossen. Denn was, wenn die Planungen nicht hinhauen?

Vielleicht muss die Kunst ja dann im geräumigen schwarzen Kubus gestapelt werden, der dann seinem Spitznamen „Tresor“ gerecht werden würde. Auf jeden Fall muss sich das Museum selbst um die Verwahrung der Kunstwerke kümmern und in seinen eigenen Räumen unterbringen, denn Depoträume, die den Anforderungen des Sprengel Museum entsprechen würden, sind knapp in Hannover. Vielleicht müssten andere Häuser Asyl gewähren. Auf jeden Fall steht das Museum vor einer nicht zu unterschätzenden logistischen Herausforderung.

Bisher ist auch noch nicht die konservatorische Problematik gelöst. Denn wenn De­cken aufgebrochen und Wände aufgestemmt werden, entstehen Schmutz, Staub und Bauschutt, die die Kunstwerke nicht tangieren dürfen – und das vor allem bei den fest intallierten Referenzstücken wie dem neuen „Abstrakten Kabinett“ oder dem „Merz-Bau“ von Kurt Schwitters.

In welchem Umfang ist der Altbau überhaupt betroffen? „Nach aktueller Kenntnis werden sich die notwendigen Arbeiten ausschließlich auf den 1. und 2. Bauabschnitt konzentrieren und sich in Teilschließungen von Ausstellungsflächen und einem damit einhergehenden, eingeschränkten Ausstellungsbetrieb für die Besucher und Besucherinnen bemerkbar machen“, so die Stadt. Das bedeutet, dass auch die große Halle für Wechselausstellungen betroffen ist.

Ob und in welchem Maße geplante Ausstellungsprojekte betroffen sind, ist noch nicht klar. Das Museum soll sich nach dem Bauablauf richten, der aber noch nicht abgesteckt ist. „Dass große Block-Buster-Ausstellungen im Format ,Marc, Macke und Delaunay’ aufgrund des eingeschränkten Raumangebotes voraussichtlich nicht möglich sein werden, ist dem Museum bewusst“, so die Stadt.

Klar, aber was überhaupt noch möglich sein wird, müssen die Planungen ergeben. Die Gesamtsumme von vier Millionen Euro ist als „grobe Schätzung“ zu verstehen, die die Stadt vor einem Jahr vorgenommen hat. Es eilt, in einem Gutachten über den Brandschutz im Altbau soll die Forderung nach Modernisierung mit dem Wort „unverzüglich“ versehen worden sein.

Museumsdirektor Reinhard Spieler bestätigte die „missliche Lage“ und unterstrich die Notwendigkeit eines zeitgemäßen Brandschutzes, verwies aber allgemein auf die Stadt, die hier umfassend Auskunft geben kann.

Warum reicht der Brandschutz nicht mehr aus? Vereinfacht gesagt: Durch den Neubau wurde hier die Sicherheit auf ein höheres Niveau gehoben – und es kann nicht sein, dass es in einem Gebäude zwei verschiedene Stufen von Brandschutz gibt. Also muss nun der Altbau auf das Niveau des Neubaus gebracht werden.

Über die Verteilung der Kosten – wenn es denn bei vier Millionen Euro bleibt – ist noch nicht entschieden: „Da­zu stimmen sich Stadt und Land ab.“

In einem nächsten Schritt wird die Erneuerung des Brandschutzes ausgeschrieben. Erst danach kann mit den Unternehmen, die den Auftrag erhalten, konkret geplant werden. Ob der Sommer 2018 als Baubeginn gehalten werden kann, ist noch nicht endgültig klar. Es gibt vergleichsweise wenige Erfahrungen, wie aktueller Brandschutz bei laufendem Museumsbetrieb realisiert wird.

Von Henning Queren


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