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Meine Stadt Hannover: Spontane Proteste vor Tuifly-Zentrale
Hannover Meine Stadt Hannover: Spontane Proteste vor Tuifly-Zentrale
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16:42 05.10.2016
Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Die Fluggesellschaft Etihad und der Touristikkonzern Tui planen einen gemeinsamen neuen Anbieter für Urlaubsflüge. Die arabische Airline und Tui bestätigten am Mittwoch laufende Gespräche. Sie kündigten an, aus der deutschen Tuifly und Teilen der Air Berlin einen neuen Verbund formen zu wollen. Etihad hält gut 29 Prozent an Air Berlin.

Vor der Zentrale des Ferienfliegers Tuifly am Flughafen Hannover kam es zu spontanen Mitarbeiter-Protesten. Das Unternehmen bestätigte die Kundgebung. Nach Angaben von Augenzeugen waren etwa 100 Menschen teils mit ihren Angehörigen vor der Zentrale erschienen. Bei der Neuordnung soll "zu gegebener Zeit" ein Grundsatzabkommen über den Verbund zwischen der Tui AG, der Etihad Aviation Group und der Air Berlin PLC unterzeichnet werden, kündigten Etihad und Tui an. Eingeschlossen sind nach Air-Berlin-Angaben die 14 Flugzeuge, die derzeit von Tuifly für die Air Berlin-Gruppe betrieben werden. Die geplante Transaktion stehe unter dem Vorbehalt erfolgreicher Verhandlungen und der Genehmigungen der Behörden.

Die Fluglinie Air Berlin hatte erst vergangene Woche bekannt gegeben, dass sie bis zu 1200 Mitarbeiter entlassen und einen Teil ihrer Flotte an die Lufthansa abgeben will. Air Berlin will sich auf das Kerngeschäft mit einer Flotte von 75 Maschinen von den beiden Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf aus konzentrieren. Tuifly mit 41 Boeing-Jets ist die deutsche Tochter des weltgrößten Reisekonzerns Tui, der weltweit eine Flotte von 140 Flugzeugen betreibt. Als viertgrößte deutsche Airline kommt sie auf rund 2400 Mitarbeiter, von denen fast 600 am Konzernsitz Hannover beschäftigt sind. Darunter sind fast 1700 Flugbegleiter und Piloten. Etwa ein Drittel der Flotte wurde an Air Berlin vermietet.

Zum möglichen Sitz des Airline-Verbunds machten die Beteiligten am Mittwoch aber keine Angaben. Bei Tuifly befürchten die Mitarbeiter Job-Verluste. Nach Angaben von Betriebsratschefin Karin Grobecker soll es Ende kommender Woche bei einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung nähere Informationen über die geplante Umstrukturierung geben. Sie sprach von großer Verunsicherung unter den Mitarbeitern der Airline und befürchtet eine Zerschlagung der Ferienfliegers aus Hannover auf Raten. 

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