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ZU HOHE WERTE: An der Dauermessstation an der Göttinger Straße (oben) wurde 2015 im Schnitt eine Stickoxid-Belastung von 49 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Erlaubt sind lediglich 40 Mikrogramm. Noch schlimmer ist die Situation an der Friedrich-Ebert-Straße, wo 57 Mikrogramm gemessen wurden. Schuld sind vor allem die Abgase, die durch Dieselmotoren verursacht werden (links).   Foto: Behrens

ZU HOHE WERTE: An der Dauermessstation an der Göttinger Straße wurde 2015 im Schnitt eine Stickoxid-Belastung von 49 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Erlaubt sind lediglich 40 Mikrogramm. Noch schlimmer ist die Situation an der Friedrich-Ebert-Straße, wo 57 Mikrogramm gemessen wurden. Schuld sind vor allem die Abgase, die durch Dieselmotoren verursacht werden.© Jan Woitas

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Umwelt

Hannover: Sperrt die Stadt jetzt Straßen?

Hannover hat offenbar ein Stickoxid-Problem. Drastische Maßnahmen drohen - dazu gehören offenbar auch Sperrungen von hochbelasteten Straßen.

Hannover. Der Trend war lange positiv. 2011 lag Hannover bei der Belastung mit gesundheitsgefährlichen Stickoxiden mit 43 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur noch knapp über dem von der EU vorgeschriebenen Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Seitdem steigt der Wert wieder stetig an. Weil sonst Klagen und Strafen drohen, sieht sich die Stadt zum Handeln gezwungen. Sie überlegt sogar, hochbelastete Straßenzüge für den Autoverkehr zu sperren.

Man lasse derzeit berechnen, wo der Verkehr laufe, „wenn wir die Straßen X und Y sperren“, sagte Elisabeth Czorny. Leiterin des städtischen Bereichs Umweltschutz, am Montag bei einer Anhörung im Stadtbezirksrat Mitte, bei der auch die Stickoxid-Problematik Thema war. Ziel sei herauszufinden, „an welcher Stelle Umleitungen Sinn machen“. Dazu würden in Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung und dem Gewerbeaufsichtsamt Simulationen erstellt, wie sich Veränderungen der Verkehrsströme auf die Stickoxid-Belastung auswirken.

Besonders dramatisch ist diese an der Friedrich-Ebert-Straße (Ricklingen), wo 2015 im Schnitt 57 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen wurden. Für Czorny steht deshalb „an oberster Stelle die Reduzierung des Verkehrs“. Alles andere als das Auto müsse attraktiver gemacht werden. „Wir müssen genau durchrechnen, was wie viel bringt“, berichtete die städtische Umweltexpertin. Was „weiche Maßnahmen“ angehe, sei man allerdings „am Ende der Fahnenstange angelangt“.

Schuld am Anstieg der Werte sind vor allem die Dieselfahrzeuge. Jedes zweite Auto, das zuletzt in Hannover zugelassen wurde, hatte einen Dieselmotor. Und diese stoßen - selbst, wenn sie die Euro-6- Norm einhalten - dreimal so viel Stickoxide aus wie Autos mit Benzinmotoren. Die Realität sieht noch einmal ganz anders aus. Im Rahmen des VW-Skandals hat sich herausgestellt, dass viele Dieselfahrzeuge den Grenzwert um das Siebenfache überschreiten.

Im Dezember will die Stadt konkret erklären, wie sie das Problem in den Griff bekommen will. Laut Ralf Strobach von der Bürgerinitiative Umweltschutz besteht dringender Handlungsbedarf. Er verwies in der Anhörung auf Zahlen der Europäischen Umweltagentur, nach denen in Deutschland jährlich 10 400 Menschen vorzeitig an zu hoher Stickoxidbelastung in der Luft sterben. „Auf Hannover runtergerechnet sind das 66“, so Strobach.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok