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Hannover, Steintor-Haltestelle   (Foto: Frank Wilde)

Hannover, Steintor-Haltestelle (Foto: Frank Wilde)© Frank Wilde

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Stadtbahnbau

Hannover: So retten PR-Profis die umstrittene D-Linie

40 bis 50 Millionen Euro soll die Erneuerung der Stadtbahnlinien 10 und 17 in der Innenstadt kosten. Damit das umstrittene Projekt ein besseres Image bekommt, gibts schon Vorschläge von Werbeagenturen. Für den Bau umstrittene Begriffe wie „langfristig sinnvoll“ sollen vermieden werden.

Hannover. Lange war kein Projekt in Hannover so umstritten wie die Erneuerung der Stadtbahnlinien 10 und 17 in der Innenstadt. Deshalb sollen jetzt Werbeprofis ran.

Zunächst soll das zum Kampfbegriff gewordene „D-Linie“ verschwinden, statt dessen ist an „Projekt Zehn Siebzehn“ gedacht, eine Kombination aus den Linien, die betroffen sind. Der NP liegen Unterlagen einer hannoverschen Werbeagentur mit diesem Titel vor. Die verantwortliche Infra will sich dazu aber nicht äußern. Infra-Sprecher Jens Hauschke: „Interne Unterlagen kommentieren wir nicht.“ Hauschke lässt auch offen, ob der Auftrag an die Agentur bereits erteilt ist oder nicht.

Die Werber regen unter anderem an, im Zusammenhang mit dem Bau bestimmte Begriffe nicht mehr zu benutzen. Die neue Strecke soll nicht „besser“ genannt werden, sondern „anders“. Auch „Aufwertung“ soll nicht benutzt werden, sondern „Veränderung“. Die Werber raten auch davon ab, die Formulierung „langfristig sinnvoll“ zu verwenden, stattdessen schlagen sie „eine neue Perspektive“ vor.

Auch Überlegungen für eine Broschüre gibt es schon. In einem erweiterten Inhaltsverzeichnis, das der NP vorliegt, wird auch an die Kosten gedacht, die wegen des Straßenneubaus auf die Anlieger zukommen. Allerdings ist zu diesem Punkt vermerkt: „Nicht erwähnen.“

Der Entwurf des Inhaltsverzeichnisses ist aber offenbar nicht mehr aktuell. Dort ist auch noch ein Interview mit der City-Gemeinschaft vorgesehen, obwohl die Wirtschaft den Neubau vehement bekämpft. Geschäftsführer Martin Prenzler winkt ab: „Die Meinung der Wirtschaft ist deutlich gesagt, und dazu stehen wir.“

Auch ein zunächst geplantesVorwort in der Broschüre von Regionspräsident Hauke Jagau wird es nicht geben. Regionssprecher Klaus Abelmann sagte gestern: „Es ist Wunsch der Infra, dass der Geschäftsführer das Vorwort schreibt.“

Die Werber regen auch an, welche Vorteile des Umbaus künftig herausgestellt werden sollen: die besseren Umsteigemöglichkeiten zwischen den oberirdischen Linien 10 und 17 am Steintor und hinterm Raschplatz, die Hochbahnsteige und: „Der Fußweg wird breiter.“


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