Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hannover: So knapp war das mit der Bombe wirklich
Hannover Meine Stadt Hannover: So knapp war das mit der Bombe wirklich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 10.03.2017
AM HAKEN: Die Weltkriegsaltlast wurde am frühen Dienstagmorgen unschädlich gemacht. 7800 Anlieger wurden während der Bergung evakuiert. Quelle: Elsner
Anzeige
Hannover

Wie sich herausstellte, lag die 250-Kilo-Fliegerbombe nur 25 Zentimeter unterhalb der Grasnarbe - üblich sind mehrere Meter. Und: Die gut einen Meter lange Bombe mit einem Durchmesser von 30 bis 40 Zentimeter hatte einen Aufschlagzünder, an dem sich rasch Salzkristalle bilden, die als hochriskant, weil explosiv gelten. „Deshalb musste die Bombe schnellstmöglich entschärft werden“, sagt Thomas Rugenstein, Vize-Chef beim Kampfmittel-Beseitigungsdienst Niedersachsen.

„Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an den Fund denke“, sagt Gertrud Riepe. Die Hannoveranerin, Jahrgang 1935, hat in unmittelbarer Nähe zum Bombenfund in der Kolonie „Sonnenwende 3“ einen Kleingarten - seit 1960 lebte sie unwissentlich mit der gefährlichen Weltkriegsbombe in der Nähe ihres Kleingartens. Als Kind hatte sie die Bombenangriffe auf Hannover seinerzeit erlebt: „Die Bilder von damals sind jetzt wieder da.“

-------------------------------------------------------------------------------------

Hannover: Blindgänger in der Seelhorst entschärft

In der Eupener Straße (Stadtteil Seelhorst) wurde am Montagnachmittag eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Die Bombe wurde noch am Abend entschärft. Lesen Sie den Verlauf in unserem Liveticker.

-------------------------------------------------------------------------------------

Die Fliegerbombe war kurz nach Mitternacht entschärft worden, etwa 7800 Anwohner hatten ab 20 Uhr den Sicherheitsbereich mit einem Radius von 1000 Metern um den Bombenfundort verlassen müssen. Knapp 1000 Anlieger wurden für Stunden in der Sporthalle der IGS Kronsberg betreut, gegen zwei Uhr morgens konnten alle in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

Zu Beeinträchtigungen war es auch bei der Bahn gekommen, deren Schienen in der Nähe der Fundstelle entlangführen: Zwischen kurz vor Mitternacht bis 1.45 Uhr war die Strecke zwischen Bismarckstraße und Wülfel gesperrt. 86 Züge im Nah- und Fernverkehr wurden umgeleitet. Die Üstra hatte ab 20 Uhr die Buslinien 123, 128 und 134 umgeleitet.

Weil sich einige Anlieger zunächst geweigert hatten, die Sicherheitszone zu verlassen, verzögerte sich die Entschärfung durch die Experten erheblich. Da so etwas nach Aussage der Feuerwehr Hannover, die bei Bombenentschärfungen stets die Einsatzleitung hat, selten vorkommt, hat die Stadt bislang kein Ordnungsgeld festgelegt, das man uneinsichtigen Anliegern auferlegen könnte.

Der Polizei ist es per Gesetz über die Öffentliche Sicherheit und Ordnung erlaubt, Platzverweise oder Gewahrsamnahmen vorzunehmen. Schlussendlich kann sie auch ein Zwangsgeld verhängen. Das Betreten einer Wohnung ist im Notfall ebenfalls über diese Gesetzgebung erlaubt.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige