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Sprayer

Hannover: So ermittelt die Polizei bei Graffiti-Schmierereien

Sie kosten Stadt und Bahn ein Vermögen – Graffiti. Um möglichst viele Sprayer festzunehmen, hat die Polizei eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet, acht Beamte kümmern sich um das Deliktfeld. Die NP hat mit der Leiterin über den Kampf gegen die Sprayer gesprochen.

Hannover. Es sind unterschiedliche Beweggründe, die Sprayer haben. Manche wollen Gefühlen Ausdruck verleihen. „Dani ist doof“ ist dabei noch harmlos, ebenso „I Love Stella“ – da gibt es ganz andere Wörter, die an öffentlichen Wänden auftauchen. Dann gibt es die politisch motivierten – die Parteizentralen beschmieren, Hakenkreuze an Denkmälern hinterlassen. „Und dann noch die Profi-Sprayer, die sich einen Namen machen wollen und immer wieder die gleichen Schriftzüge hinterlassen“, sagt Diana Kempf. Kempf ist seit Ende 2016 die Leiterin der Ermittlungsgruppe Graffiti, die an der Marienstraße in der Südstadt sitzt – gestern berichtete die NP bereits über die horrenden Kosten für Graffiti-Beseitigung.

Kempf kennt die Argumente von Sprayern, es handele es sich um Kunst – „der Großteil, mit dem wir es hier zu tun haben, sind aber eindeutig Schmierereien.“ Das liege auch daran, dass die Täter vor allem um Verbreitung ihrer Kürzel, den „Tags“ bemüht sind, um sich so einen Namen zu machen – allein oder als Kollektiv. Neue Graffiti werden, nachdem sie gemeldet wurden, erfasst – um abzugleichen, ob es schon weitere mit den zu sehenden Buchstabenkombination gibt, die Taten vielleicht bekannten Gruppen zugeordnet werden können. Gleichzeitig besteht immer die Möglichkeit, dass jemand beim Sprühen erwischt wird - „dann können wir überprüfen, ob er vorher schon unterwegs war und ihm so mehrere Taten nachweisen.“

In der Ermittlungsgruppe arbeiten neben Kempf und fünf Beamten der Polizei Hannover auch zwei der Bundespolizei - diese sind explizit für Schmierereien mit Bahn-Bezug zuständig, das heißt an Bahnhofsgebäuden, Bahnbrücken und zum Beispiel an Lärmschutzwänden an Gleisen. Die Gruppe kümmert sich auch darum, Kollegen im Streifendienst zu sensibilisieren - zum Beispiel zu melden, wenn diese vermeintliche Lager sehen. Sprayer bunkern gelegentlich ihre Tatwerkzeuge in Gebüschen und ähnlichem. Da werde dann auch observiert. „Den Tätern ist oft nicht bewusst, welches Ärgernis das für die Besitzer der besprayten Objekte ist.“ Viele würden das begreifen, wenn sie als Strafe zum Beispiel Putzdienst bekommen – und für den Schaden zahlen müssen.

Spannend bliebt das Thema weiterhin, allein bis Mai hat die Ermittlungsgruppe schon 500 Taten in 2017 gezählt. Dabei appelliert sie an Betroffene, nicht nur Anzeige zu stellen, sondern auch Strafantrag - damit es eine vernünftige Verfolgung geben kann, sollten Täter festgestellt werden.

Von Sebastian Scherer


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