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Im Februar 2009 musste die Filiale in der Osterstraße schließen, heute ist Primark in den Räumlichkeiten

Im Februar 2009 musste die Filiale in der Osterstraße schließen, heute ist Primark in den Räumlichkeiten
 © Thomas

Kaufhaus

Hannover: Sinn-Leffers will wieder zurück

Früher war Sinn-Leffers eine feste Größe in der City – bis zur Insolvenz. Im Gespräch mit der NP kündigte der Deutschland-Chef des Mode-Kaufhauses nun an, dass es vielleicht schon bald ein Wiedersehen geben könnte. Die Kette wächst wieder und sucht auch in Hannover nach einem passenden Standort.

Hannover. Kehrt ein Traditionskaufhaus in die City zurück? „Wir brauchen 6000 Quadratmeter in vernünftiger Innenstadtlage und zu einem bezahlbaren Preis“, sagt Friedrich Wilhelm Gö­bel. Der 54-Jährige ist Deutschland-Chef und Ge­schäftsführer des Modehauses Sinn-Leffers. Das 1894 gegründete Unternehmen hat es wirtschaftlich ge­schafft – und ist aus der Insolvenz entlassen.

Am 26. Februar 2009 waren bei Sinn-Leffers in der Osterstraße die Lichter ausgegangen. Von der NP hatten die 85 Mitarbeiter schon im Juni 2008 erfahren, dass ihnen die Entlassung drohte. Es war ein bitteres Ende, früher als erwartet. Am Tag der Schließung war keine Ware mehr da. Das Inventar musste im Gebäude bleiben: Der Vermieter hatte vom Kleiderständer bis zum Spiegel alles gepfändet.

Bis zum August 2005 war Sinn-Leffers eine Tochter des Karstadt-Konzerns gewesen. Der damals finanziell angeschlagene Handelsriese verkaufte die Kette (ebenso wie seine Runners-Point-Filialen). Sinn-Leffers ging an internationale Investoren. Eine Holding aus Deutschen, Briten und Amerikanern übernahm damit auch die 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in Hannover. Dorthin ist 2016 nach großem Umbau Primark gezogen.

Drei Jahre zuvor hatte Hans-Rudolf Wöhrl, Chef der Nürnberger Modekette Wöhrl AG (2400 Mitarbeiter, 38 Standorte, 346 Millionen Euro Umsatz), Sinn-Leffers (2000 Mitarbeiter, 22 Häuser) von der Deutschen Industrie-Holding (DIH) ge­kauft. Mit der Sanierung beauftragte er einen Experten: Friedrich Wilhelm Göbel, Banker und bisher Sinn-Leffers-Beirat.

Göbel (54, gebürtig in Remscheid, verheiratet, vier Kinder) kennt Hannover bestens: „Ich hab mal das Re­formhaus Schmelz (heute Ba­cher, d. Red.) gekauft.“ Er sei häufig in der Stadt, er­zählt er der NP, weil er „befreundet mit Gunter Dunkel“ sei, dem früheren Chef der Nord/LB. Bei dem habe er gelernt.

Zentralität, Attraktivität, Kaufkraft – das sind die Werte, die Göbel an Hannover mag. „Für den Einzelhandel ist das eine der Top-Adressen Deutschlands“, findet er. Allerdings müsse eine neue Niederlassung eben auch immer wirtschaftlich vertretbar sein: „Wir werden keine Filiale anmieten unter dem Motto ,Wir kriegen den Umsatz schon hoch genug, um die Miete zu zahlen’.“

Die mögliche Expansion zeugt von neuer Aufbruchstimmung. Göbel: „Wir wollen ab 2018 grundsätzlich um ein bis zwei Filialen wachsen.“ Sinn-Leffers hat zurzeit 20 Filialen.

Ein Ende des Modells Textilkaufhaus, in der Branche jahrelang befürchtet, sieht der Unternehmer noch lange nicht. Auch in 15, 20 Jahren werde es in größeren Städten nach wie vor Textilkaufhäuser geben, sagt er. Natürlich verändere sich der Markt, aber auch Karstadt habe sich wieder gefangen, so der Unternehmer.

Eine Frage noch an den Sinn-Leffers-Chef: Wie gut geht es der Kette wirklich? „Eine Insolvenz ist zu vergleichen mit einem lebensbedrohlichen Unfall und an­schließendem Aufenthalt auf der Intensivstation“, be­schreibt er es, „man kommt entweder im Sarg oder zur Reha raus.“ Sinn-Leffers habe Letzteres geschafft: „Wir konzentrieren uns jetzt auf gesundes Wachstum.“

Von Vera König


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