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ZPD, Drohnen-Einsatz bei der Polizei. Foto: Rainer Droese

ZPD, Drohnen-Einsatz bei der Polizei. Foto: Rainer Droese© Rainer Droese

Überwachung

Hannover: Sie steuern das fliegende Auge der Polizei

Wo sie auftauchen, sorgen sie für Aufsehen: Holger Busche und Matthias Hein von der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen werden landesweit angefordert, um Tat- und Einsatzorte zu filmen - vom Leichenfund bis zum Hochwasser. Die Experten steuern eine Kameradrohne der Polizei.

Hannover. Es summt wie ein Bienenschwarm. An diesem Morgen sind am stahlblauen Himmel über Peine aber keine Insekten unterwegs, sondern Experten der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) Niedersachsen. Holger Busche (48) und sein Kollege Matthias Hein (32) von der Behörde an der Tannenbergallee (List) lassen das Unmanned-Aircraft-System-Police (UAS Pol) steigen. Im Volksmund wird das Fluggerät auch schlicht Drohne genannt. Die beiden Beamten und ihre Kollegen von der Technischen Einsatzeinheit „Information und Kommunikation“ werden von den Polizeidienststellen im ganzen Land immer häufiger angefordert, um Tat- oder Einsatzorte aus der Luft aufzunehmen.

Busche und Hein sind samt Hexacopter (Gerät mit sechs Rotoren) an diesem Tag für die Polizei Peine unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, Übersichtsaufnahmen von den Flüchtlingsunterkünften in der Kommune zu erstellen. Die Bilder werden vorsorglich gemacht und gut aufbewahrt. Die Peiner Ermittler würden auf die Fotos zurückgreifen, wenn es im Bereich der Asylunterkünfte „eine Gefahrenlage gibt. Sie dienen dann dazu, sich einen Überblick über das Gelände zu verschaffen“, sagt Behördensprecher Peter Rathai.

Weil die Polizisten aus Hannover nicht ortskundig sind, werden sie von einem Kollegen des Kommissariats begleitet. Sie und ihr Flieger sorgen in Peine für Aufsehen. Egal, wo Busche und Hein mit dem Gerät auftauchen, Zuschauer sind ihnen sicher.

Jeder interessierte Bürger ist ihnen willkommen. Die Beamten stellen sich gern den Fragen: „Das hilft, Unwissenheit und Vorurteile abzubauen“, sagt Busche.

Häufig gebe es Ängste, dass mit der Kamera an der Unterseite der Drohne die privatesten Bereiche in einem Haus oder einer Wohnung aufgenommen werden könnten. Doch das sei falsch. Der Einsatz des Fluggeräts ist „an ganz enge rechtliche Vorgaben geknüpft“, stellt der Kommissar klar.

Busche und Hein sind ein eingespieltes Team. Während der 32-Jährige den „Vogel“ über Peiner Flüchtlingsheimen kreisen lässt, trägt er eine sogenannte First-Personal-View-Sichtbrille, kurz FPV. Er verfolgt damit den Flieger. Busche steht neben ihm, guckt in den Himmel und hat die Drohne genauso im Auge, allerdings ohne Hilfsmittel. So ist es Vorschrift.

Die Gebäude werden so überflogen, dass die Kamera des Hexacopters scharfe Bilder von den Objekten liefert. 100 bis 150 Meter hoch fliegt die Drohne. „Höher macht keinen Sinn“, so Hein: „Man will ja auch Einzelheiten erkennen.“ Komplett aufgerüstet mit zwei Antennen (GPS und Sender für Videoübertragung), Akku und sechs Propeller wiegt das Gerät etwa drei Kilo.

Um die 40 Einsätze (siehe Text unten) hatte die ZPD-Drohne 2015. Im vergangenen Jahr gab es seit der Anschaffung 2011 auch den ersten Absturz. Es passierte in der Nähe von Lingen, wo eine vermisste Person gesucht wurde. Hein war mit dem Flieger über Maisfelder unterwegs und auf dem Weg zurück zum Startpunkt (Homepoint). Allerdings steuerte der Beamte das Gerät zu tief. „Die Bäume waren höher“, erinnert sich der Kommissar. Und so landete der „Vogel“ unfreiwillig zwischen Ästen und Zweigen. Immerhin: Es gab nur Sachschaden.

Britta Mahrholz


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