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Wald

Hannover: Security für die Eilenriede?

Im Ge­gensatz zu den städtischen Grünflächen gibt es für Hannovers Stadtwälder keinerlei Ordnungskräfte. Das prangert der Eilenriedebeirat an und wünscht sich die Einstellung von vier Forst-Rangern.

Hannover. Müllentsorgung, Vandalismus, Holzdiebstähle, Verschmutzung von Sandkästen durch Hunde, „widerrechtliches Mitnehmen“ von ge­schützten Pflanzen und Tieren – die Beispielliste von Vergehen in den Stadtwäldern ist lang, die der Vorsitzende Gerd Garnatz dem Antrag beigefügt hat. Aber wer soll die Vorschriften in den Stadtwäldern kontrollieren oder umsetzen? Dafür fehle das Personal. Und das soll sich auf dringenden Wunsch des Beirates nun ändern.

„In den städtischen Wäldern herrscht ein spürbares Vollzugsdefizit bei der Durchsetzung der dort geltenden Ge­setze und Bestimmungen“, so Garnatz. Das Forstpersonal, das in den Wäldern waltet und schaltet, sei aber „aufgrund seiner Ausbildung, seiner fachlichen Kompetenzen und seiner Auslastung weder befugt noch in der Lage, derartige Aufgaben wahrzunehmen“, so der Beiratsvorsitzende. Zu­dem werden permanent Forderungen von Bürgern an den Beirat he­rangetragen, kompetentes Personal einzustellen. Die Idee des Beirates ist daher: vier Forst-Ranger einstellen, die diesen Job übernehmen. Garnatz rechnet vor: „Im Gegensatz zu den städtischen Grünflächen von 1000 Hektar und zehn Park-Rangern gibt es für 1350 Hektar Waldfläche keinen Ranger.“

Der Antrag befindet sich nach Angaben von Heino Kamieth, Be­reichsleiter Forsten der Verwaltung, auf dem Weg zur Stadtpolitik. Im Rathaus habe er aber zu einer neuen Idee ge­führt: Vielleicht lasse sich der Vorschlag in das neue Sicherheitskonzept von OB Stefan Schostok integrieren. Das sieht unter anderem vor, dass neue städtische Ordnungshüter in der Stadt Streife laufen. Eine Ausweitung sei vielleicht möglich.

„Größte Sturmschäden, die wir jemals hatten“

Heftig gewütet hat Sturm „Xavier“ Anfang Oktober in Hannover. Über das Ausmaß der Schäden in den Stadtwäldern ist Felix Bettin vom Stadtforst immer noch erschüttert: „Auch im Vergleich zu ,Kyrill’ und ,Niklas’ – Sturmtief ,Xavier’ hat alles ge­toppt.“ Er stellte dem Eilenriedebeirat gestern den aktuellsten Schadensbericht vor.

Sage und schreibe 2600 Fesmeter Holz habe der Sturm in Eilenriede, Ricklinger Holz, Seelhorst und Tiergarten umgefegt. „Für mich ist diese Zahl immer noch unfassbar“, betont der Forstbetriebsleiter. Ähnlich geht es offenbar vielen Beiratsmitgliedern, die von dem Ausmaß überrascht wirkten. Zuvor hatte sich die Versammlung im Tiergarten selbst ein Bild von der Zerstörung gemacht. Zahlreiche Eichen und Bu­chen und eine beeindruckende Roteiche lagen entwurzelt und bereits zersägt am Wegesrand – Bäume, die zum Teil älter als 120 Jahre sind. „Bestand Gefahr für Besucher?“, wollte ein Beiratsmitglied bei der Begehung wissen. „Wir schließen bei Sturm die Tore vom Tiergarten. Wer die Eilenriede bei Sturm aufsucht, tut dies auf eigene Gefahr“, so Bettin. Und die Gefahr war real. Der Sturm ließ sogar Bäume auf Bänke oder über die Fritz-Behrens-Allee stürzen.

„Xavier“ entwurzelte besonders viele Eichen – die meisten waren dabei sogar gesunde Bäume. Das veranschaulichte Bettin an einem umgestürzten Exemplar im Tiergarten. Viele als sturmfest geltende Bäume seien betroffen gewesen. Warum hielten sie dem Sturm nicht stand? „Wir vermuten, dass auch der viele Regen dieses Sommers eine Rolle spielt“, so der Forstbetriebsleiter, „die Wurzeln hatten nicht genügend Halt.“ So seien die Bäume durch immer wieder neue heftige Windstöße regelrecht aus dem Boden „ge­schaukelt“ worden.

Bettins trauriges Resümee: „Das sind die größten Sturmschäden, die wir je hatten. Wir werden noch lange mit den Aufräumarbeiten zu tun haben.“

Gut ging es für die sogenannte 1000-jährige Eiche am Haupteingang des Tiergartens aus. Ihre Krone sei vermutlich zu spärlich gewesen, und Halt hatte sie auch durch eine bereits installierte Stammsicherung.

von Simon Polreich


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