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Meine Stadt Hannover: Ausschuss stimmt über 18. Gymnasium ab
Hannover Meine Stadt Hannover: Ausschuss stimmt über 18. Gymnasium ab
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19:45 25.09.2018
Noch eine: Hannover erhält eine weitere Schule. Höchstwahrscheinlich ein Gymnasium. Es wäre das 18. Quelle: dpa
Hannover

Seit Wochen wird das Thema heiß diskutiert, am Mittwoch wird es konkret: In der Sitzung des Schulausschusses der Stadt wird über die Schaffung eines 18. Gymnasiums abgestimmt. Bis zuletzt versuchen IGS-Schulleiter und vor allem das eigens gegründete Bündnis „Schule der Kulturhauptstadt“ auf die Politik Einfluss zu nehmen und ein Gymnasium zu verhindern.

Wenig Hoffnung

Sogar einen eigenen Antrag hat das Bündnis über Lehrervertreterin Susan Bartels de Pareja eingebracht: Statt eines weiteren Gymnasiums fordert das Schulbündnis die Entwicklung einer weiterführenden Schule mit Primarstufe und der Möglichkeit des Abiturs – also eine Schule von Klasse eins bis 13 – und zwar als „Schulversuch mit wissenschaftlicher Begleitung“. Viel Hoffnung hatten die Mitglieder – unter ihnen Gewerkschaftsfunktionäre, Pädagogen, Eltern und Politiker – zuletzt aber nicht mehr. „Es scheint, dass sich Verwaltung und auch die politische Mehrheit auf ein weiteres Gymnasium eingeschossen haben“, sagte Maren Kaminski vom Schulbündnis.

Nicht nur ein Gymnasium

Der Beweis dafür steht inzwischen schwarz auf weiß auf der Tagesordnung des Schulausschusses. In einem Zusatzantrag der Mehrheits-Ampel wird die Verwaltung, beauftragt, den „Neubau eines vierzügigen Gymnasiums zu planen.“ Immerhin sind Forderungen des Schulbündnisses zum Teil in den Antrag eingeflossen. So soll die Schule laut Antrag eine „Vorreiterin im Sinne der Inklusion“ werden. Schüler, Lehrer und Eltern wolle man an der Planung und Gestaltung der Schule beteiligt sehen. Und auch die Architektur soll nicht dem Beton-Standard entsprechen, sondern möglichst in Holzbauweise und von Architekten verschiedener Fachrichtungen entworfen werden. Allesamt Ideen, die das neu gegründete Bündnis für ihre „Schule der Zukunft“ im Köcher hatte.

Feigenblatt Inklusion

„Ich halte diese Formulierungen eher für ein Feigenblättchen, das ein weiteres Gymnasium aufhübschen soll“, sagt Schulbündnissprecherin Kaminski. Vor allem der „inklusive Ansatz“ sei fadenscheinig: „Ich bin pessimistisch, dass die Landesschulbehörde da irgendwelche Besonderheiten umsetzen wird. Schließlich sollen laut Schulgesetz ohnehin alle Schulen per se inklusiv sein.“

Nächster Versuch

Das nächste Gymnasium werde man wohl nicht mehr verhindern können, glauben die engagierten Pädagogen des Bündnisses. Sie setzen deshalb insgeheim bereits auf ihren Einfluss bei der Schaffung der übernächsten Schule. Auch aus der SPD hatte man schon vor Wochen Bereitschaft signalisiert, dann auf die Ideen des Bündnisses zurückzukommen. Diese seien nämlich nicht schlecht, aber der Elternwille, der sich über die zahlreichen Anmeldezahlen an Gymnasien äußert, lasse der Politik wenig Spielraum. Spätestens beim „Fachtag zur Zukunft der Schule“ im März 2019 sollen die Anregungen des Schulbündnisses dann ihren Weg in Verwaltung und Politik finden.

Standort noch offen

Übrigens: Der Standort des 18. Gymnasiums ist noch offen. Zwar wurde bislang Bemerode heiß gehandelt. Mindestens einen zweiten Standort soll die Verwaltung aber noch vorschlagen, fordert das Ampel-Bündnis in ihrem Antrag.

Von Simon Polreich

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