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Lkw-Verbotszone

Hannover: Schützenausmarsch unter Aufsicht

Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Schützenausmarsches steht der längste Festzug Europas am 2. Juli unter besonderer behördlicher und polizeilicher Beobachtung. Die Stadt verhängt eine Lkw-Verbotszone.

Hannover. Fröhlich feiern ja, aber mit Sicherheitsmaßnahmen: Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Schützenausmarsches steht der längste Festzug Europas am 2. Juli unter besonderer behördlicher und polizeilicher Beobachtung – eine Folge der islamistischen Terroranschläge in anderen Städten wie etwa Nizza, Berlin oder Manchester.

Wichtigste Maßnahme: Für die Innenstadt gilt am Sonntag nächster Woche ganztägig und großflächig ein Fahrverbot für Lastwagen ab 3,5 Tonnen (siehe Grafik), dessen Einhaltung die Polizei kontrolliert. Und: Hält sie es für erforderlich, wird sie die Verbotszone kurzfristig vergrößern.

Rund 10 000 Teilnehmer des Ausmarsches und aufgrund der Vorjahre erwartbare rund 150 000 Schaulustige am Straßenrand machen den Schützenausmarsch zur größten Menschenansammlung eines Jahres in Hannover – und damit zum potenziellen Ziel von Terroristen. Im März hatten Stadt und Polizei ein gemeinsames Konzept zur Sicherheit bei Veranstaltungen vorgelegt, auch un­ter besonderer Berücksichtigung des Schützenfestes – wegen seiner Größe und Veranstaltungsdauer.

„Wir müssen einen Ausgleich schaffen zwischen einem realistischen und umsetzbaren Maß an Sicherheit und der grundlegenden Haltung, dass dies eine freiheitliche Stadtgesellschaft ist und bleibt. Schützenfest, Maschseefest und die anderen Veranstaltungen sollen attraktiv bleiben“, so OB Stefan Schostok bei der Vorstellung im März. Die Prüfung, ob Gefahr von Anschlägen mit islamistischem Hintergrund bestehe, sei künftig fester Bestandteil bei Genehmigungen von Veranstaltungen, so der OB.

Genauere Kontrollen nimmt die Stadt ab diesem Jahr auch bei den Gespannen und Kutschen vor (siehe Text unten), doch dies in erster Linie in technischer Hinsicht. „Neue Auflagen gibt es aber nicht, die vorhandenen Regeln wurden sprachlich etwas überarbeitet“, sagt Stadtsprecher Udo Möller.

Die Sicherheit rund um das Schützenfest lässt sich die Stadt in diesem Jahr 106 000 Euro kosten, dazu ge­hören etwa ein privater Sicherheitsdienst auf dem Festplatz während der gesamten neun Tage vom 30. Juni bis 9. Juli, Taschenkontrollen an den Haupteingängen und eine ständige Polizeipräsenz in der Nähe des Rundteils. Der Schützenausmarsch wird polizeilich außerdem von einer Reihe Zivilbeamter begleitet.

Von Andreas Voigt


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