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Meine Stadt Hannover: Saufgelage ängstigt Anwohner
Hannover Meine Stadt Hannover: Saufgelage ängstigt Anwohner
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00:16 19.08.2016
KEIN SCHÖNER ANBLICK: Eine große Gruppe von Trinkern sorgt am Weißekreuzplatz für Unmut bei den Anwohnern. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Die sudanesischen Flüchtlinge sind weg - und die Probleme offenbar größer als je zuvor. Nach der Räumung des Protestcamps hat eine bis zu 60 Personen starke Trinkergruppe den Weißekreuzplatz in Beschlag genommen. Zum Ärger der Anwohner, die am Montag ihr Leid im Bezirksrat Mitte klagten.

Er selbst sei schon einmal mit dem abgebrochenen Hals einer Bierflasche bedroht worden, berichtete Holger Jongen, der mit seiner Familie an dem Platz wohnt. Immer wieder beobachte er Handgreiflichkeiten auf dem Gelände. „Die Ersten sind schon weggezogen“, sagte Jongen. Auch seine Kinder wollten „dort nicht mehr vorbeigehen“.

Für Stadtbezirksmanagerin Claudia Göttler ist die Gruppe auf dem Weißekreuzplatz „auch eine Folge der indirekten Verdrängung aus der Innenstadt“. Baustellen und optische Aufwertungen dort hätten dazu geführt, dass sich die Trinker neue Plätze gesucht haben. „Früher hat sich das mehr verteilt“, sagte Göttler. Aus Sicht der Verwaltung gehörten solche „Randgruppen zum Stadtbild dazu“.

Einschätzungen, die bei Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, „den Hut hochgehen“ ließen. Für ihn steht fest: „Es gibt keine Verdrängung aus der Innenstadt.“ Im Gegenteil. „Wir verzeichnen eine erhebliche Zunahme“, sagte Prenzler. Für ihn „ein Zustand, der nicht mehr haltbar ist“. Er forderte mehr „polizeiliche und auch ordnungspolitische Maßnahmen“.

Laut Bezirksmanagerin Göttler sind es vor allem Menschen aus dem „russischsprachigen Raum sowie aus Osteuropa“, die zum Anwachsen der Trinkerszene geführt hätten. Diese fielen meist „durch alle sozialen Raster“ und seien über Sozialarbeit „nicht zu erreichen“. Göttler fürchtet sogar, „dass es noch schlimmer wird“. Denn mit dem Dük an der Lavesstraße sowie der Sewo am Nordstadtbahnhof müssen zwei wichtige Einrichtungen für Wohnungslose schließen, weil sie bisher erfolglos auf der Suche nach neuen Räumen sind.

Die Polizei berichtete im Bezirksrat, dass sie zwar ihr Möglichstes tue und auch Platzverweise am Weißekreuzplatz ausspreche, sich die Störenfriede davon jedoch nicht beeindrucken ließen. Spätestens nach ein bis zwei Stunden tauchten diese wieder auf.

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