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Meine Stadt Hannover: Satire-Fraktion will Radler bei Rot fahren lassen
Hannover Meine Stadt Hannover: Satire-Fraktion will Radler bei Rot fahren lassen
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00:18 09.02.2018
BEI ROT: Viele Radfahrer fahren auch bei Rot über Ampeln. Die Fraktion würde diese Praxis gern legalisieren, was die anderen Parteien entweder für überflüssig, gefährlich oder gar irrwitzig halten. Der Antrag, die Einführung der „Idaho-Regelung“ zu prüfen, wurde abgelehnt. Quelle: Foto: Kohl
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 Ernsthaft? Die Satiriker der „Partei“ haben mit ihrer Rats-„Fraktion“ am Montag im Umweltausschuss für eine aufgeregte Diskussion gesorgt – mit dem Vorschlag, Radfahrern künftig das Überqueren von Ampeln bei Rot zu erlauben.

Dabei war diese Idee offenbar gar nicht scherzhaft gemeint. Ratsherr Oliver Förste verteidigte den Antrag unter anderem mit dem Hinweis auf die längst übliche Praxis: „Weil das ja ohnehin schon viele Radfahrer so machen“, betonte er.

Das war allerdings nicht sein einziges Argument. Er verwies auf die US-amerikanische Stadt Idaho, in der diese nach ihr „Idaho-Regelung“ benannte Praxis seit 1982 erfolgreich angewandt würde. Auch in den Niederlanden und Belgien gebe es Kommunen, die auf diese Weise eine „grüne Welle“ für Radfahrer sicher stellten.

Eine grüne Welle für Radfahrer sei sehr sinnvoll, meinte auch Patrick Drenske von den Grünen, werde in Hannover aber auch schon umgesetzt. Etwa am Pastor-Jaeckel-Weg, an dem Sensoren herannahende Radler erfassen und die Ampeln ihrer Geschwindigkeit angepasst auf grün schalten würden.

Adam Wolf von den Piraten fand den Vorschlag im Prinzip gut, hatte aber rechtliche Bedenken. Philipp Kreisz von der SPD lehnte die Idee grundsätzlich ab. „Zu gefährlich“, sagte er. „Erlaubt man Radfahrern nach eigenem Gutdünken bei Rot über eine Ampel zu fahren, ist die Verkehrssicherheit nicht gegeben.“

Andreas Bingemer (FDP) meinte, eine Stadt wie Idaho sei nicht mit Hannover zu vergleichen. Felix Blaschzyk (CDU) betonte: „Das Missachten von Verkehrsregeln zu legalisieren ist irrwitzig.“ Wogegen Förste einwarf: „Fahrradfahrer sind ja nicht blöd. Soviel sollte man den Menschen schon zu trauen.“

Der Einwand, angesichts der vielen Fahrradunfälle seien insbesondere Kinder gefährdet, kam allerdings nur von der AfD. Kein Witz.

Von Andreas Krasselt

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