Navigation:
DIE STADT IM WANDEL:Während der Rat noch diskutierte,wurde in der Eingangshalleschon das Modell angepasst.Foto: König

DIE STADT IM WANDEL:
Während der Rat noch diskutierte,
wurde in der Eingangshalle
schon das Modell angepasst.
Foto: König

|
Stadtrat

Hannover: SPD will Wohnraum gestalten

Gegen 18.30 Uhr gemeinsames Singen auf dem Weihnachtsmarkt. Der festgesetzte Termin gab gestern den Zeitdruck für den Rat bei der Haushaltsverabschiedung vor. Doch die Sitzung begann mit Verspätung - wegen notwendiger Beschlüsse zur Flüchtlingsunterbringung.

Hannover. Über Themen wie das neue Sparpaket, die Anhebung der Gewerbesteuer, den Ausbau des Ganztagsschulbetriebs oder auch das Bäderkonzept hatten sich die Kommunalpolitiker schon in den Ausschüssen gründlich ausgetauscht. Mit Spannung erwarteten sie die Haushaltsreden der sechs Fraktionschefs und der beiden Einzelvertreter. Doch die Verstärkeranlage fiel aus.

Christine Kastning (SPD) ließ sich nur kurz irritieren. Ihre Position: „Hannover wächst - und zwar schneller als erwartet.“ Der städtische Raum müsse verdichtet werden; man brauche mehr und sozial gerecht gestalteten Wohnraum. Weil Wachstum aber nicht alles sei, heiße es die Stadtgesellschaft zu stärken - die Stadtteile lebenswerter zu machen, Integration zu fördern, Willkommenskultur zu leben. Denn: „Die Zuwandernden von heute werden morgen unsere Nachbarn sein.“

Jens Seidel (CDU) rechnete der rot-grünen Ratsmehrheit genüsslich vor, dass sie unter nachhaltiger Politik vor allem lang anhaltende Verschuldung verstehe. Ende 2016 werde der Schuldenstand die Zwei-Milliar-den-Euro-Grenze überschreiten. Auf jeden Bürger entfielen an Neuverschuldung und Zinsen 642,87 Euro. Angesichts solcher Zahlen 3,7 Millionen Euro für die Umgestaltung des Marstalls vorzusehen oder 4,85 Millionen für einen Radschnellweg von der City zur Wasserstadt Limmer, sei Irrsinn. Ebenso wie die Verengung des Cityringes unter dem Titel „Reparatur einer autogerechten Stadt“.

„Olle Kamellen“ nannte Freya Markowis (Grüne) diese Positionen. Die CDU bekomme nicht mehr mit, dass sich die Bürger mehr Radverkehr wünschten. dass die Wohnungswirtschaft ökologische Standards nicht als Hindernis für mehr Bebauung vorsehe, dass Integration von Flüchtlingen eben auch Investitionen und nicht Kürzungen (wie von der CDU in einem Fall vorgesehen) bedeute. Außerdem brauche die Stadt bis 2017 beispielsweise 900 neue Krippenplätze. Die Infrastruktur müsse wachsen.

Oliver Förste (Linke) warnte vor einer zunehmend größeren Spaltung in Arm und Reich und vor halbherziger rot-grüner Rumwurstelei. Die Erhöhung der Kita-Elternbeiträge sei ebenso falsch wie die Vernichtung öffentlichen Raums am Steintor.

Die geißelte auch Wilfried Engelke (FDP) in launiger Rede, er nannte die Bebauung „bodemannschen Kraftbeton“, den autofreien Sonntag ein Hätschelkind, „bei dem Kevin mit Papa auf dem Tretroller über den Aegi fährt, während Mutti vegane Plätzchen auf dem Solarkocher backt“. Bei der Rede von Gerhard Wruck („Hannoveraner“) verließen viele den Saal. Die Bemerkung von Dirk Hillbrecht (Piraten) über eine mögliche neue politische Heimat ließ sie dagegen aufhorchen. Alexander Leineweber (Ex-Pirat) brauchte nur drei Sätze. Es endete mit: „Tschüss - und viel Spaß beim Essen.“


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok